Um das heutige Worms saß ein germanischer Stamm, den Rom an den Rhein setzte – und dessen Hauptort später zur Nibelungenstadt wurde.
Die Vangionen waren ein germanischer Stamm am linken Rheinufer, im Raum des heutigen Worms. Tacitus zählt sie mit Nemetern und Tribokern zu den germanischen Völkern der gallischen Rheinseite.
Rom siedelte die Vangionen als Grenzvolk an und machte ihren Hauptort Borbetomagus zur civitas-Hauptstadt. Vangionische Reiter dienten in römischen Hilfstruppen bis nach Britannien.
Aus Borbetomagus wurde Worms – jene Stadt, die später als Königssitz der Burgunder in die Nibelungensage einging. So verbindet der kleine Rheinstamm die germanische Antike mit der großen Heldendichtung.
„Die Vangionen, Triboker und Nemeter, ohne Zweifel Germanen, bewohnen das Rheinufer."nach Tacitus, Germania 28 (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Vangionen saßen am Oberrhein rund um das heutige Worms, das römische Borbetomagus. Aus dem Hauptort dieses Stammes wurde eine der ältesten Städte Deutschlands – ein Ort, dessen Geschichte von den germanischen Anfängen über die Römerzeit bis tief ins Mittelalter reicht.
Caesar nennt die Vangionen unter den Völkern, die mit dem suebischen Heerführer Ariovist um 58 v. Chr. über den Rhein nach Gallien gekommen seien. Nach Ariovists Niederlage gegen Caesar blieben Reste am Oberrhein und wurden schließlich in die römische Provinzordnung eingegliedert – als civitas Vangionum mit Worms als Mittelpunkt.
Unter Rom wurde Borbetomagus ein befestigter Ort an der Rheingrenze, mit Truppen, Straßen und Handel. Wie bei den benachbarten Nemetern und Triboker mischten sich germanische und römische Züge. Die Vangionen stellten auch Hilfstruppen für das römische Heer, die bis nach Britannien dienten.
Worms sollte später weltberühmt werden: Im 5. Jahrhundert wurde die Stadt Zentrum des Reiches der Burgunder, dessen Untergang zum historischen Kern der Nibelungensage wurde. So führt eine gerade Linie vom kleinen Stamm der Vangionen zu einer der größten Sagen des germanischen Nordens – erzählt in einer Stadt am Rhein, nicht weit von unserer Heimat.
Das Land der Vangionen war fruchtbar und verkehrsgünstig: Der Rhein trug Handelsgüter, die Ebene bot gutes Ackerland, und die Straßen verbanden Worms mit Mainz, Speyer und dem Inneren Galliens. Unter römischer Herrschaft wuchsen Landgüter, Töpfereien und ein reges städtisches Leben. Weihesteine und Gräber zeigen, wie sich germanische Herkunft und römische Kultur mischten – ein Muster, das sich am ganzen Oberrhein wiederholt.
Die Vangionen selbst sind nur eine Randnotiz der antiken Autoren – doch der Ort, den sie prägten, wurde zur Bühne der Weltgeschichte. In Worms trafen später Kaiser und Reichstage zusammen, hier spielt die Nibelungensage, und hier stand Luther vor dem Reichstag. Dass all das an einem Platz geschah, dessen Name auf einen germanischen Stamm zurückgeht, macht die Vangionen zu einem stillen, aber bemerkenswerten Teil der Geschichte unserer weiteren Heimat.
Die Vangionen gehören zu den Rheinvölkern zwischen Germanien und Rom. Weiter mit den Nemetern und Burgundern.

Die Nemeter · Die Ubier · Die Treverer · Die Sugambrer · Die Matronen.
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