Zwei Völker mitten in Germanien verraten ein Geheimnis: Die Sprachgrenzen liefen ganz anders als die Landkarte der Römer.
Die Cotiner (Cotini) und Oser (Osi) waren zwei Völker im Bergland an der Grenze Germaniens, im Karpatenraum. Tacitus nennt sie in einem Atemzug – und macht eine erstaunliche Bemerkung.
Die Cotiner, sagt Tacitus, sprachen gallisch (keltisch), die Oser pannonisch – also gerade nicht germanisch. Schon der römische Autor wusste: Nicht jedes Volk in „Germanien" war germanisch. Die Sprachkarte war bunter als die politische.
Die Cotiner gruben Eisen und mussten Tribut zahlen – an Sarmaten und Quaden. Tacitus rümpft die Nase: Ein Volk, das Eisen fördert und es doch nicht für die eigene Freiheit nutzt. So werden die Cotiner zum Beispiel für Abhängigkeit.
„Die Cotiner beschämt es, dass sie Eisen graben."nach Tacitus, Germania 43 (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Cotiner und Oser zeigen die echte Vielfalt Mitteleuropas. Weiter mit den Burern und Lugiern.

Die Burer · Die Lugier · Die Naharvalen · Die Quaden · Die Markomannen.
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