Bevor Thor in der Burg Utgard-Lokis gedemütigt wird, begegnet er auf dem Weg dorthin einem Riesen, der so groß ist, dass die Götter in seinem Handschuh übernachten. Thor und Skrymir ist die Geschichte, in der selbst der stärkste Gott an seine Grenzen kommt – und nichts ist, wie es scheint.
Thor, Loki und die Diener Thjalfi und Röskva ziehen nach Osten ins Riesenland Jötunheim. In einem Wald suchen sie Unterschlupf und finden eine seltsame Halle mit einem Seitenraum. Erst am Morgen zeigt sich: Es war der Fausthandschuh eines riesigen Schläfers.
Der Riese heißt Skrymir („Großtuer") und bietet an, gemeinsam zu wandern. Er trägt den Proviant aller in seinem Sack – doch als sie rasten, kann Thor den Knoten nicht lösen. Vor Zorn schlägt Thor dem schlafenden Riesen dreimal mit Mjölnir auf den Kopf. Skrymir wacht jedes Mal nur auf und fragt, ob ihm ein Blatt oder eine Eichel aufs Haupt gefallen sei. Am Morgen trennt er sich von ihnen – und erst später begreift Thor: Die Schläge hatten nicht den Riesen getroffen, sondern einen Berg, in den drei tiefe Täler geschlagen waren. Skrymir war eine Täuschung, gewirkt von Utgard-Loki selbst.
„Bist du erwacht, Thor?" sprach Skrymir.
„Fiel ein Blatt vom Baum mir aufs Haupt?"
— nach Gylfaginning (Snorri), Simrock-Tradition, gemeinfrei

Thor · Thor bei Utgard-Loki · Thjalfi & Röskva · Jötunheim · Mjölnir – Thors Hammer.
Snorri Sturluson, Gylfaginning (um 1220), deutsche gemeinfreie Edda-Tradition: Karl Simrock (1851). Forschung: Rudolf Simek, Lexikon der germanischen Mythologie; John Lindow, Norse Mythology.