Up Helly Aa in Lerwick findet 2027 am Dienstag, dem 26. Januar, statt – wie jedes Jahr am letzten Dienstag im Januar. Dann zieht der Guizer Jarl mit seiner Wikingertruppe durch Shetlands Hauptstadt, abends tragen fast tausend Fackelträger ein nachgebautes Langschiff zum Spielfeld und setzen es in Brand, danach wird bis zum Morgen gefeiert. Das Fest wirkt uralt, ist aber ein Kind des 19. Jahrhunderts. Wir zeigen dir den Ablauf, die echte Geschichte und wo auf Shetland die Wikingerzeit tatsächlich im Boden steckt.

Stell dir eine Januarnacht auf Shetland vor. Es ist halb acht, seit fast vier Stunden dunkel, der Wind kommt vom Atlantik und riecht nach Salz. Über dem Rathaus von Lerwick zischt eine Leuchtrakete in den Himmel – und im selben Augenblick flammen rund neunhundert Fackeln auf. Ein Strom aus Feuer setzt sich in Bewegung, vorneweg ein Trupp Männer und Frauen in Kettenhemden, Helmen und Fellumhängen, dazwischen ein gut zehn Meter langes Langschiff mit Drachenkopf. Eine halbe Stunde später brennt dieses Schiff lichterloh, die Menge singt, und Funken treiben über die Dächer.
Das ist Up Helly Aa, das bekannteste Feuerfest Schottlands und vielleicht das berühmteste „Wikingerfest“ der Welt. Genau deshalb lohnt sich ein zweiter Blick: Was an diesem Abend wikingerzeitlich ist, was viktorianische Romantik und was schlicht Shetlander Gemeinschaftsgeist – das trennen wir hier sauber. Spoiler: Das Fest ist nicht tausend Jahre alt. Aber die Geschichte, die es erzählt, hat einen sehr echten Kern.
Lerwick feiert Up Helly Aa am letzten Dienstag im Januar. Für 2027 nennt das veranstaltende Up Helly Aa Committee auf seiner offiziellen Seite Dienstag, den 26. Januar 2027. Der Tag danach ist in Lerwick ein lokaler Feiertag, denn die Feiern laufen bis in die frühen Morgenstunden.
Das Fest fiel auch schon aus: 1901 wegen des Todes von Königin Victoria, 1914 bis 1919 und 1940 bis 1948 wegen der Weltkriege, 2021 und 2022 wegen der Corona-Pandemie. Verschoben wurde es etwa 1936 nach dem Tod Georgs V. und 1965 nach dem Tod Winston Churchills.
Wer weitere Termine für sein Wikingerjahr sucht, findet sie in unserer Übersicht Wikinger-Festivals 2027 und auf unserer Seite Veranstaltungen.
Ein Guizer ist jemand, der sich verkleidet (von englisch-schottisch „guise“, Aufmachung); maskierte Neujahrsumzüge haben in Schottland eine lange Tradition. Der Guizer Jarl ist der Anführer des Festes, der „Jarl“ für einen Tag. Das Wort Jarl stammt aus dem Altnordischen und bezeichnete in der Wikingerzeit einen Fürsten oder Grafen; auf den Nordinseln regierten über Jahrhunderte die Jarle von Orkney, zu deren Machtbereich lange auch Shetland gehörte.
Guizer Jarl wird man nicht über Nacht: In der Regel hat man zuvor rund fünfzehn Jahre im Komitee gedient, in das jedes Jahr ein neues Mitglied gewählt wird. Der Jarl verkörpert eine Figur aus den Sagas. 2024 trat Richard Moar als König Harald Olafsson auf, 2025 Calum Grains als König Eystein Magnusson, der von 1103 bis 1123 in Norwegen regierte; 2026 stand im Zeichen Knuts des Großen. Figur und Schiff bleiben bis zum Festtag geheim.
Um den Jarl herum steht die Jarl Squad, seine eigene Truppe aus Familie und Freunden – 2025 rund sechzig Personen. Sie trägt als einzige Gruppe des Abends Wikingerausstattung. Die Vorbereitung beginnt laut Komitee schon im Februar, fast ein Jahr vor dem Auftritt. Alle anderen Gruppen – rund 46 weitere Squads – sind ganz anders verkleidet, oft als Persiflage auf Politik, Popkultur oder Lokalgeschehen.
Der Tag ist durchgetaktet wie ein Fährfahrplan. Nach den Angaben des Komitees läuft er grob so ab:
Die Bill, offiziell auch „Proclamation“ genannt, ist vor allem eine große bemalte Tafel, die frühmorgens an der Market Cross aufgestellt wird. Die Jarl Squad hält am Vormittag davor, die Stadt liest sie den ganzen Tag. Nach Darstellung des Komitees entstand die erste Bill dieser Art 1899, zunächst um den Bau der Galeere anzukündigen. Sehr schnell kamen lokale Witze und Spott hinzu.
Ein kleines Komitee schreibt die Texte im Geheimen, am Vortag wird die Schrift von Hand auf die Tafel gemalt, und am Abend unterschreibt der Jarl. Der Kopf der Bill zeigt eine Szene aus seiner Saga. Wer darin vorkommt, wird von der ganzen Stadt belacht und nimmt es meist mit Humor. Schon in der Zwischenkriegszeit nahm die Bill aufgeblasene Honoratioren aufs Korn – eine sehr schottisch-shetländische Tradition des Spotts, die mit Snorris Königssagas wenig zu tun hat.
Das Herzstück des Abends sind die Fackeln. Über beide Feste – Senioren und Junioren – zusammen werden laut Komitee jedes Jahr mehr als tausend gebaut, im Senior-Umzug über neunhundert. Sie bestehen aus Jutesäcken auf einem Holzstiel mit einer kleinen „Schulter“ aus Beton, die die Wicklung hält. Am Montag vor dem Fest werden sie in Brennstoff getränkt. Gebaut werden sie, wie die Galeere, von Freiwilligen über den Winter im Galley Shed, der Werkstatt des Festes in Lerwick.
Die Galeere selbst ist ein etwa zehn Meter langer Nachbau eines Wikingerschiffs mit Drachenkopf und bemalten Schilden an der Bordwand. Sie wird jedes Jahr neu gebaut und trägt einen eigenen Namen – 2024 hieß das große Schiff Ethena, die kleine Junior-Galeere Fenrir. Beim Umzug steht der Guizer Jarl am Steuer, seine Squad flankiert das Schiff.
Am Ziel, dem King-George-V-Spielfeld, umkreisen die Fackelträger die Galeere. Dann fliegen die Fackeln hinein. Innerhalb von Minuten steht das Schiff in Flammen, das Feuer wird von Gesang begleitet. Der Brandplatz selbst ist für Publikum und Presse gesperrt; du stehst an der Strecke und auf den Gehwegen, und gerade von etwas weiter weg wirkt die Größe des Feuers am stärksten.
Wenn die Galeere heruntergebrannt ist, beginnt der Teil, den Shetlander am meisten lieben. In rund einem Dutzend Hallen – Schulen, Gemeindezentren, Sporthallen, Fährterminal, Rathaus – wird gefeiert. Die Hallen sind Veranstaltungen mit Eintrittskarte, getragen von Ehrenamtlichen. Jede Squad zieht von Halle zu Halle und zeigt ihren Auftritt: Sketch, Lied oder Tanz, oft als Persiflage. Im 19. Jahrhundert empfingen noch Privatleute die Guizers in ihren Häusern; heute ist fast jede Familie in Lerwick irgendwie beteiligt.
Die Geschichte ist jünger und rauer, als die Helme vermuten lassen. Maßgeblich ist das Buch des Historikers Callum G. Brown, Up-helly-aa: Custom, Culture and Community in Shetland (Manchester University Press 1998). Brown zeichnet nach, wie aus einem lärmenden Winterbrauch über wenige Jahrzehnte ein streng organisiertes Gemeindefest wurde.
Am Anfang stehen die Weihnachts- und Neujahrstage. Nach Darstellung des Komitees und des Shetland Museum brachten Soldaten und Seeleute, die nach den Napoleonischen Kriegen heimkehrten, rauere Sitten und Schusswaffen nach Lerwick. Ein methodistischer Missionar notierte für den alten Weihnachtsabend 1824, die Stadt sei „in Aufruhr“ gewesen. Um 1840 kam das Teerfass-Ziehen hinzu: Trupps junger Männer schleiften brennende Teerfässer auf Schlitten durch die engen Gassen, rivalisierende Gruppen gerieten aneinander, und die Bürger klagten über Brandgefahr und Dreck.
Mit dem heidnischen Julfest verbindet diese Bräuche keine belegbare direkte Linie – dazwischen liegen Jahrhunderte christlicher und frühneuzeitlicher Feiertagskultur.
In den 1870er-Jahren endete das Teerfass-Ziehen. Das Komitee betont, die jungen Männer hätten sich anderem zugewandt; andere Darstellungen betonen den Druck der Obrigkeit, die Angaben zum genauen Ende schwanken zwischen etwa 1874 und 1880. Gesichert ist, was danach kam: Eine Gruppe junger, gebildeter Männer gab dem Fest den Namen Up Helly Aa, verlegte es ans Ende der Weihnachtszeit im Januar und ersetzte die Fässer durch Verkleidungen und einen geordneten Fackelzug.
Die Etappen nach Brown und den Angaben des Komitees: 1876 der erste Fackelzug zur Weihnachtszeit, 1877 erste Anklänge an Wikingerthemen, 1881 der erste Fackelzug am Up-Helly-Aa-Tag selbst, 1882 eine besonders prächtige Ausgabe zum Besuch von Alfred, Herzog von Edinburgh. Im Jahr 1889 wurde nach den gängigen Angaben die erste Galeere gebaut und verbrannt; die offizielle Seite spricht etwas vorsichtiger von den „späten 1880er-Jahren“. 1899 folgte die erste Bill. Den Titel Guizer Jarl nennt die offizielle Festgeschichte erstmals für 1906, und erst nach dem Ersten Weltkrieg trat jedes Jahr eine eigene Jarl Squad in Wikingerkleidung auf.
Das Fest war also gut dreißig Jahre alt, bevor es seine typische Wikinger-Gestalt vollständig hatte. Ab 1949, nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde es zu jenem präzise organisierten Großereignis, das wir heute kennen.
Der Name klingt nordisch, ist es aber nur zum Teil. Er geht auf das schottische Uphalieday zurück, den Tag, an dem die Weihnachtszeit endet. Schon John Jamiesons Etymological Dictionary of the Scottish Language (1818) erklärt das „up“ in dieser Bedeutung als „zu Ende, vorbei“ und verbindet es mit altnordisch uppi. „Helly“ ist der heilige Tag oder Feiertag, „Aa“ wird meist als schottisch a’, „alles“, gedeutet. Sinngemäß also: „Die Feiertage sind alle vorbei.“
Auf dem Land ist außerdem ein Brauch belegt, den 24. Tag nach Weihnachten als „Antonmas“ oder „Up Helly Night“ zu begehen; für Lerwick selbst gibt es dafür laut Komitee keinen Beleg. Die skandinavischen Wurzeln Shetlands stecken also weniger im Festnamen als in der alten Inselsprache – dazu gleich.
Warum ausgerechnet Wikinger? Weil das späte 19. Jahrhundert verrückt nach ihnen war. In Großbritannien, Skandinavien und Deutschland entstand ein regelrechtes Nordic Revival: Sagas wurden übersetzt, etwa Snorris Königssagas 1844 durch den Orkneyer Samuel Laing, Maler und Dichter entdeckten den „edlen Nordmann“, und archäologische Sensationen wie das Gokstad-Schiff (ausgegraben 1880) machten Wikingerschiffe plötzlich anschaulich. Aus dieser Zeit stammen auch viele Bilder, die bis heute nachwirken – etwa die Vorstellung vom Hörnerhelm, die mit echten Funden nichts zu tun hat.
Auf Shetland traf diese Mode auf ein besonderes Selbstverständnis. Die Inseln waren eben nicht immer schottisch gewesen, sondern bis ins Spätmittelalter norwegisch. Das Wikingererbe bot eine eigene Identität gegenüber dem Festland. Eine Schlüsselfigur war der blinde Shetlander Dichter J. J. Haldane Burgess. Sein Roman The Viking Path (1894) prägte nach Darstellung der BBC das Wikingerthema des Festes stark, und er schrieb auch das Up-Helly-Aa-Lied, das bis heute gesungen wird.
Brown deutet Up Helly Aa deshalb als „erfundene Tradition“ im Sinne der Geschichtsforschung: kein Betrug, sondern ein bewusst gestaltetes Fest, das einer Gemeinschaft eine Geschichte gibt, auf die sie stolz sein kann. Echt ist es trotzdem – nur eben für das 19. Jahrhundert, nicht für das 9.
Auch wenn das Fest jung ist: Die Wikinger auf Shetland sind keine Erfindung. Spätestens im 9. Jahrhundert ließen sich Siedler aus Norwegen auf den Inseln nieder, die auf dem Seeweg nach Westen fast vor der Haustür lagen. Mehr zu den Inselwelten des Nordatlantiks findest du in unserem Überblick über die Wikinger-Inseln.
Mehr dazu in unserem Artikel Jarlshof auf Shetland.
Ein zweiter Beleg liegt buchstäblich auf jeder Landkarte: die Ortsnamen. Der weit überwiegende Teil der Shetlander Ortsnamen ist nordischen Ursprungs. Lerwick geht auf altnordisch Leirvík zurück, „Lehmbucht“ oder „schlammige Bucht“; Scalloway, die alte Hauptstadt, auf Skálavágr, „Bucht der Halle(n)“. Der alte Name der Inselgruppe selbst lautet in den Sagas Hjaltland.
Drittens die Sprache. Auf Shetland und Orkney sprach man bis in die frühe Neuzeit Norn, eine westnordische Sprache, eng verwandt mit dem Färöischen und Westnorwegischen. Norn verschwand im Lauf des 18. Jahrhunderts zugunsten des Schottischen; wann der letzte Mensch es fließend sprach, ist nicht sicher belegt. Im heutigen Shetland-Dialekt leben aber zahlreiche Norn-Wörter fort, besonders für Wetter, Meer, Landschaft und Landwirtschaft.
Politisch war Shetland lange Teil der Welt der Orkney-Jarle, deren Geschichte die Orkneyinga saga aus dem frühen 13. Jahrhundert erzählt. Nach einem gescheiterten Aufstand gegen König Sverre, der Schlacht bei Florvåg 1194, nahm der norwegische König Shetland 1195 dem Orkney-Jarl ab und unterstellte es direkt der Krone. Shetland blieb danach fast drei Jahrhunderte norwegisch. Auch große Unternehmungen liefen über die Inseln: 1066 segelte Harald Hardrada auf seinem Zug nach England über Shetland und Orkney, wo sich ihm die Orkney-Jarle mit ihren Leuten anschlossen.
Die Wende kam 1468/69. König Christian I. von Dänemark und Norwegen verpfändete Orkney (1468) und Shetland (1469) an den schottischen König Jakob III. als Sicherheit für die Mitgift seiner Tochter Margarete. Das Pfand wurde nie eingelöst, 1472 wurden die Inseln förmlich der schottischen Krone einverleibt. Norwegisches Recht und Norn hielten sich noch lange, aber die Inseln wurden Schritt für Schritt schottisch.
Am heftigsten diskutiert wurde in den letzten Jahren ausgerechnet eine vermeintlich alte Regel: Über Jahrzehnte waren die Squads in Lerwick Männern vorbehalten; Frauen organisierten Hallen, kochten und tanzten, liefen aber nicht mit. Eine Kampagne unter dem Namen „Up Helly Aa for All“ forderte die Öffnung, die BBC berichtete 2018 über den Streit. Andere Feste waren weiter: Das South Mainland Up Helly Aa hatte 2015 mit Lesley Simpson seine erste erwachsene Frau als Guizer Jarl.
Im Juni 2022 gab das Komitee bekannt, dass die Squads in Lerwick künftig selbst entscheiden dürfen, wen sie aufnehmen – ausdrücklich auch Frauen und Mädchen ab 16 Jahren, die wie alle Guizers mindestens fünf Jahre durchgehend auf Shetland leben müssen. Die Regel gilt seit dem Fest im Januar 2023, dem ersten nach der Corona-Pause, und schließt die Jarl Squad ein. Das Junior-Fest, das es seit 1956 gibt, öffnete sich gleichzeitig: 2023 liefen dort 27 Mädchen unter 108 Teilnehmenden mit. 2024 gehörten erstmals Frauen zur Jarl Squad – Richard Moars Tochter und drei Nichten.
Ein „Ende der Wikingertradition“ ist das nicht: Die Männerregel war eine Festregel des 19. und 20. Jahrhunderts, kein Erbe der Wikingerzeit. Was über Frauen damals tatsächlich belegt ist, steht in unseren Artikeln über Frauen in der Wikingerzeit und den Mythos Schildmaid.
Lerwick ist das größte, aber nicht das einzige Feuerfest auf den Inseln. Die Saison zieht sich von Januar bis in den März, die Termine liegen meist auf Freitagen und wechseln jährlich – prüfe sie vor der Reise. Nach einer Übersicht des Fährunternehmens NorthLink für 2026 gibt es unter anderem:
Anreise per Fähre: NorthLink Ferries fährt täglich über Nacht von Aberdeen nach Lerwick, Ankunft gegen halb acht morgens. Die Überfahrt dauert je nach Abfahrt etwa 12 oder 14 Stunden; die längere Variante legt in Kirkwall auf Orkney an. Kabinen sind rund um Up Helly Aa früh weg.
Anreise per Flugzeug: Loganair fliegt mehrmals täglich zum Flughafen Sumburgh im Süden der Hauptinsel, etwa vierzig Kilometer von Lerwick entfernt. Das Wetter im Januar kann Flüge und Fähren beeinträchtigen – plane einen Puffertag ein.
Unterkunft: Lerwick ist klein. Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen sind zum Fest oft Monate im Voraus ausgebucht. Ausweichquartiere auf der Hauptinsel brauchen einen Plan für die Rückfahrt nach Mitternacht.
Wetter und Kleidung: Ende Januar hat Lerwick nur gut sieben Stunden Tageslicht. Temperaturen um den Gefrierpunkt sind normal, dazu Wind, Regen oder Schneeregen. Winddichte Kleidung, Mütze, gute Schuhe – und warme Hände für die Kamera.
Wir gravieren in Alsdorf jeden Tag Motive, die aus der Wikingerzeit stammen oder sich auf sie berufen. Up Helly Aa zeigt, dass „jung“ und „ehrlich“ zusammengehen: Die Shetlander feiern nicht die Wikingerzeit selbst, sondern ihre Verbindung zu ihr – die Langhäuser von Jarlshof, die Namen ihrer Buchten, die Wörter im Dialekt. Jedes Jahr neu, mit Holz, Jute und Hunderten von Händen. Und am Ende geht alles in Flammen auf, damit man im Februar wieder anfangen kann.
Wann ist Up Helly Aa 2027? Am Dienstag, dem 26. Januar 2027, in Lerwick auf Shetland. Das Fest findet immer am letzten Dienstag im Januar statt; der Fackelzug beginnt um 19.30 Uhr.
Wie alt ist Up Helly Aa? Das Fest in seiner heutigen Form entstand ab den 1870er-Jahren aus älteren Weihnachts- und Neujahrsbräuchen mit brennenden Teerfässern. Die erste Galeere wurde Ende der 1880er verbrannt, meist wird 1889 genannt.
Ist Up Helly Aa ein echtes Wikingerfest? Nein, es ist ein Fest des 19. Jahrhunderts mit Wikingerthema. Die Wikingerzeit auf Shetland ist aber echt: Norwegische Siedler kamen im 9. Jahrhundert, belegt durch Funde wie Jarlshof und die nordischen Ortsnamen.
Dürfen Frauen bei Up Helly Aa mitlaufen? Ja, seit dem Fest 2023 dürfen die Squads in Lerwick auch Frauen und Mädchen ab 16 aufnehmen. 2024 liefen erstmals Frauen in der Jarl Squad mit.
Kann man als Tourist bei Up Helly Aa mitmachen? Als Zuschauer ja, den Umzug und die Bill kannst du frei erleben. Als Guizer in Lerwick nicht, dafür muss man fünf Jahre auf Shetland leben; beim Fest auf Bressay steht der Umzug dagegen allen offen.
Wie komme ich zu Up Helly Aa nach Shetland? Mit der Nachtfähre von NorthLink ab Aberdeen nach Lerwick oder per Flug mit Loganair nach Sumburgh. Fähre und Unterkunft solltest du Monate im Voraus buchen.
Für Mut. Für Erinnerung. Für Legenden, die weiterleben.

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