Hel ist in der nordischen Mythologie zugleich die Göttin der Toten und ihr Reich, das später auch Helheim heißt: Nach Snorri Sturluson ist sie die Tochter Lokis und der Riesin Angrboða, halb blau, halb fleischfarben, und Odin gab ihr Macht über alle, die an Krankheit und Alter sterben. Doch die ältere Dichtung kennt Hel vor allem als Ort, das Wort bedeutet „das Verborgene“, und mit der christlichen Hölle hat sie weniger zu tun, als der Name vermuten lässt. Hier trennen wir Quelle, Deutung und Legende.
Stell dir eine Brücke vor, gedeckt mit leuchtendem Gold. Darunter rauscht ein Fluss, darüber dröhnen die Hufe eines achtbeinigen Pferdes. Am Brückenkopf steht eine Wächterin und wundert sich: Gestern sind hier fünf Scharen Toter hinübergeritten, und die Brücke hat unter ihnen weniger gedröhnt als unter diesem einen Reiter. Und überhaupt: Er hat nicht die Farbe der Toten.
So beginnt die bekannteste Reise in Hels Reich. Hel selbst wirkt darin seltsam ruhig: keine Dämonin, kein Feuer, sondern eine Herrin, die eine Bedingung stellt und Wort hält. Wir gehen den Weg rückwärts – vom Wort zum Ort, vom Ort zur Gestalt, und zu dem, was Snorri daraus gemacht hat.
Bevor Hel eine Person war, war sie ein Ort. Und bevor sie ein Ort war, war sie ein Wort.
Altnordisch hel geht auf urgermanisch *haljō zurück, das die Sprachwissenschaft als „verborgener Ort, Unterwelt“ deutet. Dahinter steht das Verb *helan „verbergen, bedecken“, und noch weiter zurück die indogermanische Wurzel *ḱel- „bergen, verhüllen“. Unser hehlen (in „Hehler“, „verhehlen“) gehört zur selben Familie. Gemeint war zunächst schlicht das, was die Toten aufnimmt und vor den Lebenden verbirgt: das Grab, die Erde, die Tiefe.
Das Wort ist gemeingermanisch: gotisch halja, altenglisch hel(l), althochdeutsch hella. Als die Mission die christliche Lehre in germanische Sprachen brachte, nahm sie für den Ort der Toten das vorhandene Wort. Schon Wulfilas gotische Bibel (4. Jahrhundert) setzt halja dort ein, wo das griechische Neue Testament vom Hades spricht. Aus hella wurde unsere Hölle.
Die Isländer gingen einen Sonderweg: Für die christliche Hölle sagten sie bald helvíti, wörtlich etwa „Hel-Strafe“. Man musste also ein Wort für Bestrafung dazusetzen, um aus Hel einen Strafort zu machen.
Wer die Lieder der Edda liest, begegnet Hel ständig, aber selten als Figur. Meist steht das Wort in festen Wendungen: til heljar „zur Hel“ (also: in den Tod), í helju „in der Hel“. Das ist Sprache über das Sterben, keine Theologie.
Einige Stellen geben dem Ort aber Kontur. In den Grímnismál (Str. 31) heißt es, unter den drei Wurzeln der Weltesche Yggdrasil wohne unter der einen Hel, unter der zweiten die Reifriesen, unter der dritten die Menschen. In den Vafþrúðnismál (Str. 43) prahlt der Riese, er sei durch neun Welten gekommen, hinab bis unter Niflhel, „dorthin sterben die Männer aus der Hel“. Ein Tod nach dem Tod also, eine noch tiefere Stufe. In der Völuspá (Str. 43 in der üblichen Zählung) kräht kurz vor dem Weltende ein rußroter Hahn „unter der Erde, in den Sälen der Hel“.
„Säle der Hel“ – hier schimmert schon eine Hausherrin durch. Noch deutlicher in den Baldrs draumar, den „Träumen Baldrs“: Odin reitet hinab nach Niflhel, ein Hund kommt ihm aus der Hel entgegen, die Brust blutig, und Odin reitet weiter, bis er an das „hohe Haus der Hel“ kommt. Wer ein Haus hat, ist jemand. Ein Gesicht, eine Gestalt, ein Charakter fehlt in diesen Liedern aber noch.
Die Forschung liest das überwiegend so: Zuerst war Hel der Ort, dann wurde er zur Person. John Lindow und Rudolf Simek halten die Personifikation für jung; Hilda Ellis Davidson hielt später eine alte Todesgöttin für denkbar. Sicher ist nur: Je jünger der Text, desto deutlicher die Frau.
Das Bild, das fast alle von Hel im Kopf haben, stammt aus einer einzigen Feder. Snorri Sturluson schrieb um 1220 seine Prosa-Edda, ein Lehrbuch für Dichter, und im Teil Gylfaginning („Gylfis Täuschung“) erzählt er in Kapitel 34 von den drei Kindern Lokis mit der Riesin Angrboða: dem Wolf Fenrir, der Midgardschlange und Hel.
Odin lässt die Geschwister holen, weil Weissagungen Unheil von ihnen ankündigen. Die Schlange wirft er ins Meer, den Wolf behalten die Asen, bis sie ihn fesseln müssen. Hel wirft er nach Niflheim und gibt ihr Macht über neun Welten: Sie soll allen Wohnung geben, die zu ihr geschickt werden – sóttdauðir menn ok ellidauðir, „an Krankheit und an Alter Gestorbene“.
Dann folgt die berühmte Beschreibung: Hel sei halb blau, halb von Hautfarbe, daran sei sie leicht zu erkennen, und sie sehe finster und grimmig aus. „Blau“ (blár) meint eher ein dunkles Blauschwarz, die Farbe von Totenflecken und erfrorener Haut. Wie die Teilung verläuft, sagt Snorri nicht; die moderne Mittellinie durchs Gesicht ist Auslegung.
Hel wohnt bei Snorri auf einem großen Hof mit hohen Zäunen und mächtigen Gattern. Ihre Halle heißt Éljúðnir; der Name ist nur hier belegt und wird meist als „vom Schneesturm besprüht“ oder „feucht von Graupel“ gedeutet. Eine kalte, nasse Halle, wie ein Langhaus im Spätwinter.
Dann zählt Snorri den Hausstand auf, jedes Stück mit sprechendem Namen. In eigener Übertragung:
Hunger (Hungr) heißt ihre Schüssel, Darben (Sultr) ihr Messer, Ganglati („der langsam Gehende“) ihr Knecht, Ganglǫt ihre Magd, Fallanda forað („drohender Absturz“) ihre Schwelle, Kǫr („Krankenlager“) ihr Bett, Blíkjanda bǫl („bleich schimmerndes Unheil“) ihr Bettvorhang.Snorri Sturluson, Gylfaginning 34 (eigene Übertragung)
Jeder Gegenstand ist ein Bild für das langsame Sterben: der Hunger der Alten, das schleppende Gehen, das Krankenbett. Hels Hof ist kein Folterkeller, sondern eine Allegorie des Siechtums.
An dieser Frage hängen die meisten Missverständnisse. Die Kurzformel lautet: Wer im Kampf fällt, kommt nach Walhall, wer im Bett stirbt, zur Hel – der sprichwörtliche Strohtod.
Snorri stützt diese Formel in Kapitel 34. Aber derselbe Snorri schreibt in Kapitel 3 der Gylfaginning etwas anderes: Gute Menschen lebten nach dem Tod beim Allvater in Gimlé oder Vingólf, en vándir menn fara til Heljar ok þaðan í Niflhel – „schlechte Menschen aber fahren zur Hel und von dort nach Niflhel, und das ist unten in der neunten Welt“. Das ist eine Einteilung nach Verdienst, nicht nach Todesart, und sie klingt sehr nach christlicher Lehre.
Snorri hat also zwei Systeme nebeneinandergestellt, ohne sie auszugleichen. Wer behauptet, in den nordischen Quellen spiele die Moral für Hel „keine Rolle“, übersieht Kapitel 3. Wer behauptet, Hel sei der Strafort für Feiglinge, übersieht Kapitel 34 und Baldr.
Und dann sind da die vielen Stimmen, die gar nicht in eines der beiden Systeme passen:
Der stärkste Einzelbeleg gegen die Straf-Idee bleibt Baldr. Der beste der Götter stirbt durch einen Mistelzweig, nicht im Kampf, und landet bei Hel. Nicht als Verdammter: Er sitzt dort auf dem Hochsitz.
Ältere Belege für Hel als handelnde Gestalt finden sich nicht in der Edda, sondern bei den Skalden, den Hofdichtern. Am wichtigsten ist das Ynglingatal, eine Ahnenreihe schwedisch-norwegischer Könige, die Þjóðólfr aus Hvinir im 9. Jahrhundert gedichtet haben soll. Die Datierung ist umstritten; einige Forscher halten das Gedicht für deutlich jünger. Snorri hat es in seiner Ynglinga saga Strophe für Strophe zitiert.
Im Ynglingatal stirbt kaum ein König einfach so. Er wird geholt. Über König Dyggvi, der im Bett starb, heißt es, „Lokis Mädchen“ habe ihn zu sich genommen, die Schwester des Wolfes, und habe den toten Fürsten nun zu ihrer Lust. Die Totenherrin erscheint hier als Geliebte, die sich einen König auswählt – eine erotische Färbung, die man bei Snorris grimmiger Verwalterin nie vermuten würde. Bei anderen Königen der Reihe, etwa Eysteinn und Hálfdan dem Milden, wird der Tod ebenfalls als Ruf oder Griff der Hel umschrieben.
Stimmt die Datierung ins 9. Jahrhundert, kannte man Hel schon in heidnischer Zeit als Lokis Tochter und Fenrirs Schwester; Snorri wäre dann Ausgestalter, nicht Erfinder. Die Frage ist offen.
Ein zweites Zeugnis stammt von Egill Skallagrímsson. Am Ende seines Klagelieds Sonatorrek auf den ertrunkenen Sohn steht eine Gestalt, umschrieben über ihre Verwandtschaft mit Odins Feind, dem Wolf, schon auf der Landzunge; die meisten Herausgeber deuten sie als Hel. Egill will gefasst und mit gutem Willen auf die Hel warten. Eines der stärksten Bilder der altnordischen Dichtung.
Die nordische Überlieferung interessiert sich auffallend für den Weg zu den Toten, den helvegr. In der Völuspá (Str. 47) beben beim Weltuntergang „alle auf den Hel-Wegen“, in Str. 52 „treten die Männer den Hel-Weg“. Snorri wird geografisch: niðr ok norðr liggr Helvegr, „hinab und nach Norden führt der Helweg“. Mehr dazu in Der Weg nach Hel.
Wer weit gehen muss, braucht gute Schuhe. Die Gísla saga Súrssonar (Kap. 14) beschreibt einen Brauch, der das ernst nimmt: Nach dem Mord an Vésteinn bindet ihm Þorgrímr der Gode die Helschuhe (helskór) an und erklärt, es sei Sitte, den Toten Helschuhe anzubinden, auf denen sie nach Walhall gehen sollen.
Hier zeigt sich, wie wenig sauber die Systeme sind: Helschuhe für den Weg nach Walhall. „Hel“ meint hier offenbar einfach den Tod. Pikant: Þorgrímr ist nach dem Verlauf der Saga vermutlich selbst der Mörder. Ob es den Brauch wirklich gab, lässt sich nicht beweisen; als eigene Grabbeigabe sind „Helschuhe“ archäologisch nicht eindeutig fassbar.
Damit zurück zur goldenen Brücke vom Anfang. Kapitel 49 der Gylfaginning erzählt den Tod Baldrs und die Folgen. Frigg fragt, wer unter den Asen sich ihre Gunst verdienen und nach Hel reiten wolle, um Baldr freizukaufen. Hermóðr der Schnelle, Odins Sohn, meldet sich. Er bekommt Sleipnir, Odins achtbeiniges Pferd.
Neun Nächte reitet er durch dunkle, tiefe Täler bis zum Fluss Gjǫll und über die Gjallarbrú, gedeckt mit leuchtendem Gold. Die Wächterin Móðguðr fragt nach Namen und Herkunft und sagt dann den Satz, der die Szene trägt: Gestern seien fünf Scharen toter Männer hinübergeritten, und doch dröhne die Brücke unter ihm allein nicht weniger. Und er habe nicht die Farbe toter Männer.
Sie weist ihm den Weg, hinab und nach Norden, bis zum Helgrind, dem Gatter der Hel. Hermóðr zieht den Sattelgurt fest, und Sleipnir setzt so hoch darüber, dass er es nirgends berührt.
Drinnen sitzt Baldr auf dem Ehrenplatz. Am Morgen bittet Hermóðr um seine Heimkehr. Hel antwortet mit einer Probe: Wenn alle Dinge in der Welt, lebende und tote, um Baldr weinen, darf er zu den Asen zurück. Widerspricht einer oder will einer nicht weinen, bleibt er bei Hel.
Bevor Hermóðr geht, schickt Baldr Odin den Ring Draupnir zurück, und Nanna, Baldrs mit ihm verbrannte Frau, sendet Frigg ein Leinentuch. Bei Hel gibt es Besitz, Geschenke, Höflichkeit – ein Hof unter Verwandten.
Die Asen schicken Boten in die ganze Welt. Menschen, Tiere, Erde, Steine, Bäume und alle Metalle weinen – so, erklärt Snorri trocken, wie diese Dinge eben „weinen“, wenn sie aus dem Frost in die Wärme kommen. Nur in einer Höhle sitzt eine Riesin, die sich Þǫkk nennt, „Dank“. Ihre Antwort, in eigener Übertragung:
Þǫkk wird weinen mit trockenen Tränen um Baldrs Leichenbrand. Weder lebend noch tot hatte ich Nutzen vom Sohn des Alten: Hel behalte, was sie hat.Gylfaginning 49 (eigene Übertragung)
Und Snorri setzt hinzu: Man vermutet, das sei Loki gewesen. Man vermutet – schon Snorri präsentiert das nicht als sicher. Hel selbst trifft an Baldrs Verbleib keine Schuld. Sie hat eine Bedingung gestellt, und die Bedingung wurde nicht erfüllt.
Wenn es im nordischen Jenseits irgendwo nach christlicher Hölle riecht, dann hier. Die Völuspá (Str. 38–39) beschreibt einen Saal fern der Sonne an Nástrǫnd, dem „Leichenstrand“. Seine Tür blickt nach Norden, durch die Dachluken tropft Gift, die Wände sind aus Schlangenrücken geflochten. Dort waten durch schwere Ströme die Meineidigen, die Mordwölfe und die, die einer anderen Frau ins Ohr raunen. Dort saugt Níðhǫggr die Leichen der Verstorbenen.
Das ist eindeutig ein Strafort, und er sortiert nach Taten, nicht nach Todesart. Aber das Gedicht nennt ihn nicht Hel. Erst Snorri bringt Nástrǫnd, Niflhel und Hel in ein gemeinsames Stockwerkssystem.
Ehrlicherweise: Gerade diese Strophen verdächtigen viele Forscher christlichen Einflusses. Die Völuspá wird meist um 1000 datiert, in die Zeit der Bekehrung Islands, und ist erst in Handschriften ab etwa 1270 überliefert. Beweisen lässt sich der Einfluss nicht, widerlegen auch nicht.
Am Ende der Welt kommen die Toten zurück. Die Völuspá sagt knapp: Naglfar losnar, „Naglfar kommt los“. Ein Schiff fährt von Osten heran, über die See kommen die Leute Múspells, „und Loki steuert“. Der Hahn in Hels Sälen hat da schon gekräht.
Snorri baut aus: Naglfar sei aus den Nägeln toter Männer gebaut, deshalb solle niemand mit ungeschnittenen Nägeln bestattet werden (Kap. 51). Ob es diesen Brauch gab, ist unbekannt. Steuermann ist bei Snorri der Riese Hrymr, nicht Loki – ein Widerspruch zur Völuspá, den er stehen lässt.
Loki kommt trotzdem, und ihm folgen allir Heljar sinnar, „alle Leute der Hel“. Hel selbst tritt in keiner Quelle auf dem Kampffeld auf. Sie gibt her, was sie hat. Der Hund Garm, der vor der Höhle Gnipahellir heult (Völuspá Str. 44), kämpft nach Snorri gegen Týr; beide sterben. Den ganzen Ablauf erzählen wir bei Ragnarök.
Gibt es Darstellungen von Hel aus der Wikingerzeit oder davor? Die ehrliche Antwort: keine, die sicher ist.
Diskutiert werden Goldbrakteaten der Völkerwanderungszeit (etwa 5.–6. Jahrhundert), münzartige Anhänger mit Götterbildern. Karl Hauck deutete die sogenannten Drei-Götter-Brakteaten, etwa den von Fakse auf Seeland, als Szenen aus dem Baldr-Mythos; für eine Nebenfigur wurden Loki oder Hel vorgeschlagen. Auf zwei weiteren Stücken (IK 14 und IK 124) reitet eine Gestalt einen Hang hinab auf eine Frau mit Stab zu, gelesen als Ritt ins Totenreich. Simek erwähnt Haucks Hel-Deutung; bewiesen ist sie nicht. Die Bilder tragen keine Namen.
Die gotländischen Bildsteine zeigen oft eine Frau mit Trinkhorn, die einen Reiter empfängt. Diese Szenen werden üblicherweise als Ankunft in Walhall gedeutet, nicht in Hels Reich. Wer im Netz „Bildstein mit Hel“ liest, sollte nach der Quelle fragen.
Weil das Wort dasselbe ist, landen beide oft im selben Topf. Ein Vergleich, Punkt für Punkt:
Umgekehrt wirkte die Hel auch in christliche Texte hinein: Michael Bell wies 1983 auf eine „Königin Hel“ in der altnordischen Bartholomeus saga postola hin. Ob sie heidnisches Erbe oder christliches Todessinnbild ist, bleibt umstritten. Im Island des 13. Jahrhunderts, wo Snorri schrieb, waren diese Grenzen fließend.
Nüchtern nach Quellengattung getrennt: Archäologisch ist Hel nicht greifbar. Sprachlich ist das Wort uralt, meint aber überall einen Ort. Die Skaldik zeigt, falls ihre Datierung hält, die älteste personifizierte Hel: Lokis Tochter, die Könige holt. Die Lieder-Edda kennt vor allem den Ort mit „Sälen“. Snorri um 1220 gibt ihr Gestalt, Hof, Hausrat und ihre Rolle im Baldr-Mythos.
Daraus folgt kein Urteil „echt“ oder „erfunden“, sondern Respekt vor den Schichten. Die Hel, die wir kennen, ist ein Gemeinschaftswerk aus tausend Jahren Sprache, Dichtung und Gelehrsamkeit. Für uns steht sie nicht für Strafe, sondern für die Grenze, über die jeder einmal reitet.
Wie das Totenreich selbst gedacht war, Stockwerk für Stockwerk, zeigen wir im Beitrag zu Helheim.



Wer ist Hel in der nordischen Mythologie? Hel ist die Herrin der Toten und zugleich der Name ihres Reiches. Nach Snorris Prosa-Edda ist sie die Tochter Lokis und der Riesin Angrboða, Schwester von Fenrir und der Midgardschlange.
Ist Hel gut oder böse? Weder noch. In den Quellen quält sie niemanden, sondern beherbergt die Toten in einem kargen Hof. Bei Baldr stellt sie eine faire Bedingung und hält sich daran.
Wer kam nach Helheim? Nach Snorri vor allem Menschen, die an Krankheit und Alter starben. An anderer Stelle schreibt Snorri allerdings, schlechte Menschen kämen zur Hel und weiter nach Niflhel, und die älteren Quellen kennen weitere Jenseitsorte.
Warum ist Hel halb blau? Snorri beschreibt sie als halb blau(schwarz), halb hautfarben. Das Bild steht für ihre Zwischenstellung zwischen Leben und Tod; ältere Quellen beschreiben ihr Aussehen nicht.
Kommt das Wort Hölle von Hel? Beide stammen vom selben germanischen Wort *haljō, „verborgener Ort“. Die christliche Mission übertrug dieses Wort auf die Hölle; die nordische Hel war ursprünglich kein Strafort.
Was passiert mit Hel bei Ragnarök? Die Quellen schildern nur, dass ihr Volk mit Loki und dem Totenschiff Naglfar gegen die Götter zieht. Ein Kampf oder Tod Hels selbst wird nirgends erzählt.
Für Mut. Für Erinnerung. Für Legenden, die weiterleben.
Helheim · Loki · Fenrir · Balders Tod · Walhall · Das Götter-Pantheon.
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