In den Bergen von Nordwales hielt sich ein Volk, dessen Land an das heiligste Zentrum der britannischen Druiden grenzte.
Die Ordovicer waren ein keltisches Bergvolk in Nordwales. Zusammen mit den Silurern gehörten sie zu den hartnäckigsten Gegnern Roms auf der Insel.
Das gebirgige Land machte die Ordovicer schwer angreifbar. Auch sie unterstützten den Widerstand des Caratacus. Noch Jahrzehnte später wagten sie Aufstände – bis der Statthalter Agricola das Volk hart bestrafte.
Ihr Gebiet lag nahe Anglesey (Mona), dem heiligen Zentrum der britannischen Druiden. Als Rom die Insel angriff und die Haine niederbrannte, traf es das religiöse Herz des keltischen Britanniens.
„Agricola zog gegen die Ordovicer, die fast das ganze Volk vernichtet hatten."nach Tacitus, Agricola 18 (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Ordovicer lebten im bergigen Norden und Westen des heutigen Wales, im Land um Snowdonia. Die zerklüftete Hochlandschaft machte sie zu einem der letzten Völker Britanniens, die Rom bezwingen konnte – jeder Vormarsch wurde in Tälern und auf Pässen teuer erkauft.
Als der britannische Anführer Caratacus aus dem Südosten floh, führte er den Widerstand von Wales aus weiter – auch im Gebiet der Ordovicer. Erst um 51 n. Chr. gelang es Rom, ihn in einer Bergschlacht zu besiegen; gefangen wurde er nach Rom gebracht.
60 n. Chr. rückte der Statthalter Suetonius Paulinus gegen die benachbarte Druideninsel Anglesey (Mona) vor und zerstörte die heiligen Haine. Tacitus schildert die Szene eindringlich: schwarz gewandete Frauen, fluchende Druiden, brennende Opferstätten. Es war ein gezielter Schlag gegen das religiöse Herz des keltischen Widerstands.
Um 77/78 n. Chr. schließlich führte Agricola einen Feldzug, der die Ordovicer laut Tacitus beinahe auslöschte, nachdem sie eine römische Reitereinheit vernichtet hatten. Es war eines der härtesten Kapitel der Eroberung von Wales.
Kurioserweise trägt heute ein ganzes Erdzeitalter ihren Namen: Der Geologe Charles Lapworth benannte 1879 das Ordovizium nach den Ordovicern, weil er die Gesteinsschichten dieser Zeit erstmals in ihrem alten Stammesgebiet beschrieb. So wurde ein keltisches Bergvolk zum Begriff der Erdgeschichte.
Die Ordovicer stehen für den zähen Widerstand kleiner Völker gegen eine Übermacht – und dafür, dass Namen weiterleben, lange nachdem ihre Träger vergangen sind. Bei GLANZ & GRAVUR erzählen wir solche Geschichten aus den Quellen, weil sie zeigen, wie tief die keltische Welt in der Geschichte Europas verwurzelt ist.
Kaum ein Stamm der Antike hat ein so ungewöhnliches Nachleben wie die Ordovicer: von Caesars Zeitgenossen kaum beachtet, von Tacitus als zäher Gegner beschrieben – und heute Namensgeber eines ganzen Erdzeitalters. Ihre Geschichte verbindet keltischen Freiheitswillen mit einem Nachhall bis in die Naturwissenschaft. Ein würdiges Beispiel dafür, wie tief die alten Völker in unserer Welt verwurzelt sind.
Die Ordovicer stehen für den keltischen Widerstand und die Druidenwelt. Weiter mit den Silurern und Druiden.

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