Kelten in der Türkei? Genau das: Ein keltisches Volk zog bis nach Kleinasien und lebte dort Jahrhunderte weiter.
Die Galater waren keltische Krieger, die im 3. Jahrhundert v. Chr. über den Balkan bis nach Kleinasien (heutige Türkei) zogen. Dort ließen sie sich in der Region nieder, die nach ihnen Galatien heißt.
Als gefürchtete Söldner mischten die Galater in den Kriegen der hellenistischen Könige mit. Ihre Niederlage gegen Pergamon wurde in berühmten Statuen wie dem „sterbenden Galater" verewigt.
Die Galater bewahrten lange ihre keltische Sprache und Stammesordnung. Im 1. Jahrhundert n. Chr. richtete der Apostel Paulus seinen Galaterbrief an die inzwischen teils christlichen Nachfahren – ein einzigartiges Zeugnis keltischer Präsenz im Osten.
„O ihr unverständigen Galater!"Paulus, Galater 3,1 (Luther-Übersetzung 1912, gemeinfrei)
Die Galater waren keltische Stämme, die im 3. Jahrhundert v. Chr. bis nach Kleinasien – ins heutige Zentralanatolien um Ankara – wanderten. Sie sind der östlichste Vorposten der keltischen Welt, tausende Kilometer von Gallien entfernt.
Nach dem berühmten keltischen Angriff auf Griechenland und Delphi 279 v. Chr. zogen Teile der Krieger über den Bosporus nach Kleinasien. Dort ließen sie sich nieder und gründeten Galatien – benannt nach ihnen, den „Galatern".
Die hellenistischen Könige fürchteten und begehrten die Galater zugleich: als Plünderer und als Söldner. Der berühmte „Sterbende Gallier" – eine antike Statue – geht auf einen Sieg über die Galater zurück und prägt bis heute unser Bild vom keltischen Krieger.
Weltbekannt wurden die Galater durch das Neue Testament: Der Apostel Paulus richtete seinen Galaterbrief an die christlichen Gemeinden dieser keltischstämmigen Bevölkerung. Noch im 4. Jahrhundert soll man dort eine keltische Sprache gesprochen haben.
Die Galater zeigen, wie weit keltische Menschen zogen. Weiter mit den Volcae und Boiern.

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