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Gullinbursti – Freyrs goldener Eber

Kleinode Ein goldborstiger Eber leuchtet in der Dämmerung

Ein Eber, dessen Borsten aus Gold sind und im Dunkeln leuchten, der über Himmel und Wasser schneller läuft als jedes Ross: Gullinbursti („Goldborste"), das Reittier des Fruchtbarkeitsgottes Freyr.

Aus der Zwergenschmiede

Gullinbursti (auch Slíðrugtanni genannt) entstand im berühmten Schmiedewettstreit der Zwerge: Sindri und Brokkr fertigten ihn aus einer Schweinshaut, die sie ins Feuer warfen – im selben Guss wie Odins Ring Draupnir und Thors Hammer. Seine goldenen Borsten erhellen noch die finsterste Nacht, und er zieht Freyrs Wagen oder trägt ihn selbst.

Bei Baldrs Bestattung

Als die Götter den toten Baldr bestatten, reitet Freyr auf Gullinbursti zum Scheiterhaufen – ein Bild von leuchtender Trauer. Der goldene Eber ist damit ein Sinnbild für Sonne, Fruchtbarkeit und den Reichtum, den die Wanen verkörpern.

Der goldene Eber des Freyr

Gullinbursti – „Goldborste" – ist der wunderbare Eber des Wanengottes Freyr. Sein Borstenkleid leuchtet aus purem Gold, und er zieht Freyrs Wagen durch Himmel und Meer. Er gehört zu den kunstvollsten Schätzen der nordischen Mythologie.

Ein Werk der Zwerge

Gullinbursti entstand bei einem Wettstreit zweier Zwerge, Brokkr und Sindri. Während Loki als Fliege versuchte, die Arbeit zu stören, schmiedeten sie den goldenen Eber – zusammen mit anderen Schätzen der Götter wie Thors Hammer Mjölnir.

Licht in der Dunkelheit

Seine goldenen Borsten leuchten, so heißt es, heller als jedes Licht und erhellen selbst die dunkelste Nacht. So wird der Eber zum Sinnbild Freyrs, des Gottes der Sonne, der Fruchtbarkeit und des Wachstums.

Der Eber als heiliges Tier

Der Eber war den Wanen heilig; auch Freyja besaß einen Eber (Hildisvíni). Eberbilder auf Helmen und Schmuck sollten Schutz und Fruchtbarkeit bringen – ein Motiv, das weit über die Mythologie hinausreichte.

Beleg: Gullinbursti und seine Erschaffung durch Brokkr und Sindri schildert Snorri in der Skáldskaparmál (Prosa-Edda).
Mythos-Check: Die ausführliche Geschichte vom Schmiedewettstreit stammt von Snorri (13. Jh.). Der Eber als heiliges Tier der Fruchtbarkeit ist aber älter und auch archäologisch (Eberhelme, Eberfiguren) gut belegt.
Beleg & Quellen. Entstehung im Schmiedewettstreit, goldene leuchtende Borsten, schneller als jedes Pferd: Snorri, Skáldskaparmál (35) & Gylfaginning (49, Baldrs Bestattung). Beiname Slíðrugtanni. Standardwerk: Rudolf Simek, Lexikon der germanischen Mythologie.
Mythos-Check. Der Eber ist bei Germanen und Kelten ein altes Symbol für Kraft und Fruchtbarkeit; auch Freyja hat mit Hildisvíni einen Eber. Ob Gullinbursti auf einen realen Kult zurückgeht oder Snorris dichterische Ausgestaltung ist, lässt sich nicht endgültig klären.

Der Eber im Kult der Wanen

Der Eber war den Nordgermanen heilig – und ausgerechnet den Wanen, den Göttern der Fruchtbarkeit. Zum Julfest führte man den sonargöltr, den „Sühne-Eber", vor: Man legte die Hände auf seine Borsten und schwor feierliche Eide. Auch Freyja reitet einen Eber, Hildisvíni. In Gullinbursti steckt also mehr als ein glänzendes Reittier – er ist Sinnbild von Sonne, Wachstum und der Kraft, die im Frühjahr wiederkehrt.

Und der Kult ist archäologisch fassbar: Die angelsächsischen Eberhelme von Sutton Hoo und Benty Grange trugen einen Eber als Helmzier – ein Schutzsymbol im Kampf. Wer den goldenen Eber gravieren lässt, führt eine der ältesten heiligen Tiergestalten des Nordens fort.

Weiterlesen bei uns

Freyr · Sindri & Brokkr · Die Schätze der Götter · Draupnir.

Quellen & Literatur

Snorri Sturluson, Skáldskaparmál (35), Gylfaginning (49). Rudolf Simek, Lexikon der germanischen Mythologie.

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