An der Weichsel saß ein Volk mit starker Königsmacht, aus dem später eines der größten Wandervölker wurde: die Goten.
Die Gutonen (Gotones) werden von Tacitus und Ptolemäus im Raum der unteren Weichsel genannt. Sie gelten weithin als die frühen Goten, bevor diese nach Süden zogen.
Tacitus hebt hervor, dass die Gutonen straffer von Königen regiert wurden als andere Germanen – ein früher Hinweis auf jene feste Königsherrschaft, die später die gotischen Reiche prägte.
Im 2./3. Jahrhundert zogen gotische Gruppen von der Weichsel nach Südosten. Archäologisch verbindet man diesen Weg mit der Wielbark- und Černjachov-Kultur. Aus den Gutonen an der Ostsee wurden die Goten der Weltgeschichte.
„Die Gutonen werden etwas straffer als die übrigen Germanen von Königen regiert."nach Tacitus, Germania 44 (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Gutonen saßen an der unteren Weichsel, an der südlichen Ostseeküste. Tacitus hebt sie in seiner „Germania" hervor, weil sie – anders als viele germanische Völker – von starken Königen mit größerer Machtfülle regiert wurden. Sie gelten vielen als früher Zweig der späteren Goten.
Archäologisch verbindet man die Gutonen meist mit der Wielbark-Kultur im heutigen Polen. Ihre Gräberfelder ohne Waffenbeigaben, ihre Frauentracht und ihr Schmuck zeichnen ein eigenständiges Bild – ein Fenster in die Welt der ostgermanischen Völker.
Im Lauf der Jahrhunderte zogen Teile dieser Völker die Flüsse hinab nach Südosten, bis ans Schwarze Meer. Dort entstanden die mächtigen Reiche der Goten – West- und Ostgoten –, die später die Spätantike erschütterten.
Der gotische Geschichtsschreiber Jordanes erzählt im 6. Jahrhundert, die Goten seien einst von der Insel Scandza (Skandinavien) über die Weichsel eingewandert. Diese Herkunftssage ist berühmt – aber wissenschaftlich umstritten.
Die Gutonen stehen am Anfang einer der größten Völkergeschichten der Antike – der der Goten. Bei GLANZ & GRAVUR erzählen wir sie aus den Quellen, und trennen die Herkunftssage sauber vom archäologischen Befund.
Die Gutonen stehen am Anfang der Gotengeschichte. Weiter mit den Goten und Bastarnen.

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