Bevor Brokkr und Sindri den Hammer schmiedeten, waren andere am Werk: die Söhne Ivaldis. Drei Wunderwerke gingen aus ihrer Esse hervor – und der Stolz auf ihre Kunst löste den berühmtesten Schmiedewettstreit der Mythologie aus.
Die Söhne Ivaldis (altnord. Ívalda synir) sind kunstreiche Zwerge aus der Unterwelt der Zwerge. Über ihren Vater Ivaldi ist wenig überliefert; berühmt sind die Söhne durch ihre Werke. Zu ihnen wird oft auch Dvalin gezählt, einer der bekanntesten Zwerge der Edda.
Als Loki der Göttin Sif aus Bosheit das goldene Haar abgeschnitten hatte, musste er Ersatz beschaffen. Er ging zu den Söhnen Ivaldis, und diese schufen drei Meisterstücke:
Das Goldhaar für Sif – echtes Gold, das wie natürliches Haar wächst, sobald es ihren Kopf berührt. Skidbladnir – das beste aller Schiffe, das immer günstigen Wind hat, alle Götter samt Rüstung fasst und sich doch wie ein Tuch zusammenfalten und in die Tasche stecken lässt; es gehört dem Gott Freyr. Und Gungnir – der Speer Odins, der nie sein Ziel verfehlt.
Mit diesen drei Schätzen in der Hand wurde Loki übermütig. Er wettete seinen eigenen Kopf mit den Zwergen Brokkr und Sindri, dass diese niemals etwas ebenso Gutes schmieden könnten. Aus dieser Wette gingen dann die drei größten Schätze überhaupt hervor – der Eber Gullinborsti, der Ring Draupnir und Thors Hammer Mjöllnir. So stehen die Söhne Ivaldis am Anfang der ganzen Schatzsage: Ihre Kunst war es, die den Wettstreit erst herausforderte.

Sindri & Brokkr · Die Zwerge · Die Schätze der Götter · Gungnir · Sif.
Lieder-Edda: Grímnismál (Skidbladnir). Snorri Sturluson, Prosa-Edda (Skáldskaparmál: Söhne Ivaldis, die drei Werke, der Wettstreit), um 1220. Deutsche gemeinfreie Übersetzung: Karl Simrock, Die Edda (1851). Forschung: Rudolf Simek, Lexikon der germanischen Mythologie; John Lindow, Norse Mythology (2001).