„Skål“ bedeutet wörtlich „Schale“: Das altnordische Wort skál bezeichnete eine Trinkschale, und weil man aus ihr auf jemanden trank, wurde daraus der skandinavische Trinkspruch. Mit Schädeln hat das nichts zu tun. Der berühmte Mythos, Wikinger hätten aus den Köpfen ihrer Feinde getrunken, geht auf eine falsch verstandene Dichterumschreibung und eine lateinische Übersetzung von 1636 zurück. Hier erfährst du, woher das Wort kommt, wie man es ausspricht, was die Wikinger wirklich in ihren Bechern hatten und warum wir bei Glanz & Gravur jeden Gruß mit „Skål“ beenden.

Wenn du schon einmal eine Nachricht von uns bekommen hast, kennst du es: Am Ende steht kein „Mit freundlichen Grüßen“, sondern ein „Skål“. Das hat sich in unserer Werkstatt in Alsdorf irgendwann zwischen Schieferstaub und Laserschutzbrille eingebürgert. Ein kurzes Wort, das nach Gemeinschaft klingt, nach erhobenen Gläsern und nach dem Norden, aus dem unsere Motive stammen.
Fast genauso oft werden wir gefragt, was „Skål“ heißt, gern mit dem Nachsatz: „Das kommt doch von Schädel, oder?“ Nein. Die Geschichte dahinter führt aber von einer Muschelschale über Snorris Opferfeste bis zu einem dänischen Gelehrten, der 1636 eine Dichterumschreibung zu wörtlich nahm. Und sie endet in einem Footballstadion in Minneapolis.
Das altnordische Wort skál (gesprochen etwa „skaal“ mit langem a) heißt schlicht „Schale, Trinkschale“. Gemeint ist ein flaches oder halbrundes Gefäß, aus dem man trinkt oder in das man etwas legt. Wer auf jemanden trank, trank aus der skál, und so wanderte das Wort für das Gefäß auf die Handlung selbst über. Ganz ähnlich ist der englische „toast“ entstanden, ursprünglich ein Stück geröstetes Brot im Weinglas.
Das Wort ist gemeingermanisch und hängt mit der indogermanischen Wurzel *skel- „schneiden, spalten“ zusammen. Die Vorstellung dahinter ist anschaulich: eine gespaltene Muschel, deren Hälften als Schöpfgefäß oder als Waagschale dienen. Aus derselben Wurzel kommen altnordisch skel „Muschel, Schale“ und das englische shell.
Die Verwandtschaft ist bis heute gut zu sehen:
Mit dem Schädel ist das Wort dagegen nicht verwandt. Das englische skull stammt nach gängiger Herleitung eher von altnordisch skalli „Glatzkopf“, und das altnordische Wort für den Kopf als Knochen ist hauss. Die Brücke zwischen skál und Schädel ist eine Volksetymologie: Sie klingt plausibel, weil beide Wörter mit „sk“ anfangen und hohl sind. Mehr steckt nicht dahinter.
In allen nordgermanischen Sprachen lebt das Wort weiter, und zwar in beiden Bedeutungen. Eine skål ist in Schweden, Norwegen und Dänemark bis heute auch die Salat- oder Müslischale. Als Ausruf beim Anstoßen sagt man:
Als Kontrast lohnt der Blick nach Finnland. Finnisch ist keine germanische Sprache, dort sagt man beim Anstoßen meist kippis. Verstanden wird „Skål“ in Helsinki trotzdem, Schwedisch ist schließlich zweite Amtssprache.
Das å kannte das Altnordische noch nicht. Aus dem langen á wurde auf dem Festland ein o-artiger Laut, für den Schweden schon im 16. Jahrhundert das å nutzte. Norwegen und Dänemark schrieben lange aa und führten das å erst 1917 beziehungsweise 1948 offiziell ein. Daher die ältere Form Skaal, über die das Wort auch ins Englische kam. Mehr zur Sprachgeschichte in unserer Übersicht über die germanischen Sprachen.
Bevor wir zu den Schädeln kommen, lohnt ein Blick in die Funde. Denn die Archäologie verrät ziemlich genau, woraus im Norden getrunken wurde, und kein einziges dieser Gefäße ist aus Knochen.
Trinkhörner sind das Bild, das die meisten im Kopf haben, und das zu Recht. Das Horn selbst, meist vom Rind, vergeht im Boden fast immer. Erhalten bleiben aber die Beschläge aus Bronze oder Silber: Mundränder, Endknöpfe in Tierkopfform, Aufhängeösen. Allein für Norwegen verzeichnete Jan Petersen 1951 rund zwei Dutzend Hornfunde der jüngeren Eisenzeit. Dazu kommen Bilder: Auf dem Bildstein von Tjängvide auf Gotland reicht eine Frau einem Reiter auf einem achtbeinigen Pferd ein Horn, meist gedeutet als Walküre, die den Ankömmling in Odins Halle begrüßt.
Glas war Luxus und kam vor allem aus dem fränkischen Rheinland und aus England. Besonders typisch sind die sogenannten Trichterbecher: schlanke, kegelförmige Gläser ohne Standfuß, die man nicht abstellen kann, ohne dass sie umkippen. In den Gräbern von Birka und in Kaupang wurden Bruchstücke und ganze Gläser gefunden, teils mit eingeschmolzenen Glasfäden verziert. Wie wertvoll so ein Becher war, zeigt unser Beitrag zur Handelsstadt Birka.
Holzschalen und Becher waren das Alltagsgeschirr. Weil Holz nur unter besonderen Bedingungen überdauert, wissen wir davon vor allem aus Feuchtböden und Schiffsgräbern. Im Oseberg-Grab lagen mindestens acht gedrechselte Becher oder deren Reste, in Gokstad runde Holzbecher und Becher mit Griff, in Haithabu vierzehn gedrechselte Becher. Das sind die eigentlichen Vorfahren unserer „Skål“: schlichte, runde Schalen aus Holz.
Und dann gibt es ein Prunkstück, das alle Klischees sprengt: den Jelling-Becher. Er wurde 1820 in der Grabkammer des Nordhügels von Jelling gefunden, ist aus fast reinem Silber, innen vergoldet und mit Niello verziert. Er fasst nur etwa drei Zentiliter, und ob er für Starkes, für Salben oder als christlicher Kelch diente, ist offen. Fest steht: Der vornehmste Becher der dänischen Königsgräber war aus Silber, nicht aus Knochen.
Und was war drin? Die Quellen nennen öl (Bier im weitesten Sinn), mjöðr (Met), vín (teurer Importwein) und das schillernde bjórr, dessen genaue Bedeutung umstritten ist. Mehr dazu in unseren Artikeln über Bier und Brauen bei den Wikingern und über den Met.
Trinken war im Norden nie nur Durstlöschen. Bei Festen wurde reihum und nach festen Regeln getrunken, und jeder Becher hatte eine Widmung. Das altnordische Wort für ein solches Trinkgelage ist sumbl, im Altenglischen symbel. Im Beowulf trägt Königin Wealhtheow den Becher erst zum König, dann zu den Gefolgsleuten: Die Reihenfolge schuf Rang und Treue.
Die ausführlichste Beschreibung stammt von Snorri Sturluson. In der Saga von Hákon dem Guten, Teil seiner Heimskringla aus der Zeit um 1230, schildert er ein Opferfest in Trøndelag zur Zeit des Jarls Sigurd von Hlaðir, also um die Mitte des 10. Jahrhunderts. Die Bauern bringen Bier mit, Tiere werden geschlachtet, über dem Feuer in der Mitte der Halle hängen die Kessel. Dann werden die gefüllten Becher über das Feuer gereicht, und der Gastgeber weiht sie. Laut Snorri gab es eine feste Reihenfolge:
Samuel Laings englische Übersetzung von 1844 nennt an der zweiten Stelle übrigens Freyja statt Freyr, im altnordischen Text steht aber Freys full. Mehr zu den beiden Wanengöttern findest du in unserem Artikel über Freyr und die Wanen.
Zwei Kapitel später folgt die berühmte Szene, in der der christlich erzogene König Hákon beim Fest den Becher nimmt und ein Kreuz darüber schlägt. Die Bauern murren. Jarl Sigurd rettet die Lage mit einer diplomatischen Ausrede: Der König habe nur das Zeichen von Thors Hammer gemacht. Zufrieden war niemand.
Die Formeln überlebten sogar die Bekehrung. Das norwegische Gulathing-Recht verpflichtete die Bauern, gemeinsam Bier zu brauen und es Christus und Maria zu weihen, wieder til árs ok friðar. Und im mittelalterlichen Deutschland trank man die „Minne“ von Heiligen, etwa die Johannesminne zum Abschied.
Der Bragafull oder Bragarfull war der Becher, bei dem man Gelübde ablegte. Der Name wird entweder mit bragr „der Beste, der Fürst“ verbunden oder mit dem Dichtergott Bragi. Beides ist in der Forschung vertreten, entschieden ist es nicht.
Snorri erzählt in der Ynglinga saga, wie beim Erbmahl eines verstorbenen Königs der Erbe vor den Hochsitz trat, den Bragarfull entgegennahm, ein Gelübde sprach, den Becher leerte und erst dann den Platz des Vaters einnahm. Der junge Ingjald gelobt dort, sein Reich nach allen Seiten um die Hälfte zu vergrößern, oder zu sterben. Eine ganz ähnliche Szene kennt die Überlieferung von den Jomswikingern: Beim Erbmahl trinken sie sich in Gelübde hinein, die sie nüchtern bereuen, und segeln trotzdem gegen Norwegen.
Auch die Edda kennt den Brauch. In den Prosateilen des Liedes von Helgi Hjörvardsson legt Hedin am Julabend ein Gelübde beim Bragarfull ab: Er will Svava haben, die Geliebte seines Bruders. Kaum ist das Wort heraus, reut es ihn, aber ein Gelübde beim Becher nimmt man nicht zurück. Trinken war hier ein bindender Akt. Wie Heiden diese Formen heute wiederbeleben, erklären wir in unserem Artikel über Blót und Sumbel in der Gegenwart.
Die Lieder der Edda sind voller Becher und Hörner. In Odins Halle trinken die Einherjer Met von der Ziege Heidrun, und die Hávamál warnen nüchtern:
„Less good there lies than most believe / In ale for mortal men“Hávamál 12, übers. H. A. Bellows (1923)
Eine Szene liefert sogar eine Pointe zum Thema Schädel. Im Hymirlied soll Thor einen Kelch des Riesen Hymir zerschlagen. Gegen eine Steinsäule geschlagen, bleibt der Kelch ganz. Erst als Thor ihn auf Rat von Hymirs Frau gegen den Schädel des Riesen schmettert, der noch härter ist, zerspringt das Gefäß. Hier ist der Schädel nicht das Trinkgefäß, sondern der Amboss, an dem es zerbricht.
Ganz frei von Schädelbechern ist die Edda trotzdem nicht. Zwei Stellen sind bekannt, beide Schreckensszenen.
Im Völundlied rächt sich der gefangene Schmied Völund an König Nidud. Er tötet dessen Söhne, fasst ihre Schädel in Silber und schickt sie dem König. Im altnordischen Text heißt es: En þær skálar, er und skörum váru, sveip hann útan silfri, sinngemäß „die Schalen aber, die unter dem Haar waren, fasste er außen mit Silber“. Hier steht tatsächlich das Wort skál, allerdings als bildhafte Bezeichnung für die Schädeldecke, nicht umgekehrt.
Im grönländischen Atlilied, den Atlamál, wirft Gudrun ihrem Mann Atli vor, er habe aus den Schädeln seiner eigenen Söhne Bier getrunken, die sie ihm als Becher vorgesetzt hatte. Bellows übersetzt: „The skulls of thy boys / thou as beer-cups didst have“.
Wenn ein Schädel als Becher auftaucht, dann als Ungeheuerlichkeit, die die Zuhörer erschauern lassen soll, nicht als Brauch der Halle.
Woher kommt dann das Bild der Wikinger, die aus den Schädeln ihrer Feinde trinken? Die Spur führt zu einem Gedicht: den Krákumál, der Totenklage des sagenhaften Ragnar Lodbrok. In 29 Strophen erzählt Ragnar in der Schlangengrube von seinen Kämpfen und erwartet lachend den Tod. Das Gedicht stammt nicht aus der Wikingerzeit, sondern wurde nach heutiger Forschung im 12. Jahrhundert verfasst, wahrscheinlich auf den schottischen Inseln.
In Strophe 25 freut sich Ragnar auf das Gelage in Odins Halle und sagt: drekkum bjór af bragði ór bjúgviðum hausa. Wörtlich: „Wir trinken bald Bier aus den gebogenen Bäumen der Schädel.“ Das klingt makaber, ist aber eine typische Dichterumschreibung, eine sogenannte Kenning. Skalden nannten die Dinge gern nicht beim Namen, sondern umschrieben sie: das Schiff als „Ross des Meeres“, das Gold als „Feuer des Meeres“. Die „gebogenen Äste“ oder „krummen Hölzer des Schädels“ sind das, was am Kopf eines Tieres krumm herauswächst: die Hörner. Gemeint ist also ganz schlicht: Wir trinken Bier aus Trinkhörnern. Mehr solcher Bilder findest du in unserer Begriffskunde.
Der dänische Arzt und Altertumsforscher Ole Worm, latinisiert Olaus Wormius, veröffentlichte die Krákumál in seinem Werk Runir seu Danica literatura antiquissima, zuerst 1636 in Kopenhagen, in zweiter Auflage 1651. Er gab dem altnordischen Text eine lateinische Übersetzung bei, und an dieser Stelle schrieb er: Bibemus cerevisiam brevi ex concavis crateribus craniorum, „Wir werden bald Bier trinken aus den hohlen Bechern der Schädel“. In seinem Kommentar legte er nach: Die Helden hätten gehofft, in Odins Halle aus den Schädeln derer zu trinken, die sie getötet hatten.
Fair bleiben: Worm war ein Pionier der Runenforschung, aber die Kenning-Technik war zu seiner Zeit kaum erschlossen. Er las das Bild wörtlich, und weil es so gut zu den wilden Nordmännern passte, fragte lange niemand nach.
Ein lateinisches Buch eines dänischen Gelehrten hätte allein kaum gereicht. Den Durchbruch brachte das 18. Jahrhundert, als ganz Europa sich für die „nordische Poesie“ begeisterte. 1763 veröffentlichte der englische Geistliche Thomas Percy seine Five Pieces of Runic Poetry, darunter die „Dying Ode of Regner Lodbrog“. Percy übersetzte nicht aus dem Altnordischen, sondern im Wesentlichen nach Worms Latein. Bei ihm heißt es: „we shall drink BEER out of the sculls of our enemies“, das Wort Bier sogar in Großbuchstaben.
Damit war das Bild auf Englisch in der Welt. Ragnars Todeslied wurde mehrfach nachgedichtet, Worms lateinische Fassung sogar im Anhang von Ausgaben der Ossian-Dichtungen mitgedruckt, jener schottischen „Urgesänge“, die damals Europa begeisterten. Die Fachwelt kritisiert den Fehler seit langem, doch das Bild war, wie ein Rezensent einer modernen Percy-Ausgabe trocken festhielt, nicht mehr auszurotten. Bis heute steht irgendwo im Netz, „skål“ komme vom „Schädel“. Den kompletten Faktencheck zu dieser Frage haben wir in einem eigenen Artikel aufgeschrieben: Haben Wikinger wirklich aus Schädeln getrunken? Hier reicht die Kurzfassung: Die Wikinger nicht, aber es gab andere, die es taten.
Schädelbecher sind keine Erfindung, nur eben keine wikingerzeitliche. Der berühmteste Fall führt zu den Langobarden: König Alboin tötete 567 den Gepidenkönig Kunimund und ließ aus dessen Kopf einen Becher machen. Paulus Diaconus, der um 790 die Geschichte der Langobarden schrieb, fügt einen bemerkenswerten Satz hinzu: Quod genus poculi apud eos „scala“ dicitur, „diese Art Becher heißt bei ihnen scala“. Das germanische Schalen-Wort steht hier also für das Trinkgefäß, das in diesem Fall aus einem Kopf gefertigt war. Um 572 zwang Alboin in Verona seine Frau Rosamunde, Kunimunds Tochter, daraus zu trinken. Kurz darauf war er tot.
Auch der bulgarische Khan Krum soll 811 den Schädel des besiegten byzantinischen Kaisers Nikephoros I. mit Silber ausgekleidet haben. Solche Becher waren seltene Siegeszeichen gegen einen ganz bestimmten, verhassten Feind, kein Trinkgeschirr. Für die Wikinger fehlt jeder Beleg.
Wer heute in Schweden, Norwegen oder Dänemark zu Gast ist, sollte ein paar Gepflogenheiten kennen. Die wichtigste ist der Blickkontakt: Man hebt das Glas, schaut dem Gegenüber in die Augen, sagt „skål“, nickt und trinkt. Bei förmlichen Anlässen in Schweden gilt die Faustregel, das Glas etwa auf Höhe des dritten Hemdknopfs zu heben. Der Gastgeber eröffnet in der Regel mit einem Willkommensschluck, und vorher trinkt man nicht. Wer vorher nippt, leistet sich einen kleinen Stilbruch.
Zum Fest gehören in Schweden die snapsvisor, kurze Trinklieder, die vor jedem Schnaps gesungen werden. Diese Tradition entwickelte sich vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in bürgerlichen und studentischen Kreisen. Das berühmteste Lied ist Helan går. Helan, „die Ganze“, heißt der erste Schnaps einer Reihe, halvan, „die Halbe“, der zweite. Die Pointe des Liedes: Wer die Ganze nicht trinkt, bekommt auch die Halbe nicht. Die Melodie ist bis in eine Operette von 1843 zurückzuverfolgen, ihre genaue Herkunft bleibt unklar. Das Stockholmer Spritmuseum besitzt über 12.000 solcher Lieder.
Die Formeln sind schlicht: skål för dig oder skål på dig heißt „auf dich“, skåla ist „anstoßen“. Manche gereimte „uralte“ Trinkformel aus dem Netz konnten wir in keiner verlässlichen Quelle finden, deshalb fehlt sie hier.
Ins Englische kam das Wort schon um 1600, in der Schreibung skoal oder skol. Zuerst ist es im schottischen Englisch belegt, und das Oxford English Dictionary vermutet, dass die Reise von König Jakob VI. von Schottland nach Dänemark 1589, wo er seine Braut Anna von Dänemark abholte, dabei eine Rolle spielte.
In den USA wurde „Skol“ zum Schlachtruf. Das Footballteam der Minnesota Vikings, gegründet 1961 in einem Bundesstaat mit vielen skandinavischen Einwanderern, hat seit seinen Anfängen den Fight Song „Skol, Vikings“. Seit 2016 gehört dazu der „Skol Chant“, das langsame Klatschen mit erhobenen Armen, das sich die Fans bei den Isländern während der Fußball-EM 2016 abgeschaut haben.
In Deutschland hört man „Skål“ vor allem auf Wikingermärkten, in Reenactment-Lagern und von Skandinavien-Urlaubern. Neben „Prost“ (vom lateinischen prosit, „es möge nützen“) und „Zum Wohl“ klingt es wie eine kleine Einladung in den Norden.
Die korrekte Schreibung hängt davon ab, welche Sprache du meinst:
„Skal“ ohne Kringel ist dagegen ungünstig: Im Schwedischen bedeutet skal „Schale, Hülle“, etwa die Eierschale, im Dänischen und Norwegischen ist skal sogar ein Hilfsverb, „soll“ oder „wird“. Wer auf der Tastatur kein å findet, schreibt deshalb besser skaal. Unter Windows gibt es das kleine å mit Alt+0229, auf dem Mac mit Wahltaste+a.
Bei Glanz & Gravur gravieren wir nordische Motive in Schiefer, Holz und Glas. Wir streichen lieber ein schönes Klischee, als Unsinn zu verbreiten. Gerade deshalb passt „Skål“ so gut zu uns. Es ist ein echtes, über tausend Jahre altes Wort, das man heute noch an jedem Tisch zwischen Kopenhagen und Reykjavík hört. Und es steckt voller Geschichte, ohne dass man irgendwem den Kopf abschlagen muss.
Wenn du selbst anstoßen willst, mit Runen, einem Trinkspruch oder deinem Namen auf dem Glas, findest du bei unserer Glasgravur Ideen dafür. Ein Horn lässt sich übrigens schlechter abstellen als ein Glas.
Was bedeutet Skål auf Deutsch? Wörtlich „Schale“ oder „Trinkschale“. Als Trinkspruch entspricht es unserem „Prost“ oder „Zum Wohl“.
Kommt Skål von Schädel? Nein. Skål geht auf altnordisch skál „Trinkschale“ zurück und ist mit deutsch Schale verwandt. Die Verbindung zum Schädel ist eine Volksetymologie, die auf einer falschen Übersetzung von 1636 beruht.
Haben Wikinger aus Schädeln getrunken? Dafür gibt es keinen Beleg. Archäologisch sind Trinkhörner, Glasbecher und Holzschalen nachgewiesen, und die Schädel-Vorstellung entstand durch Ole Worms wörtliche Übersetzung einer Kenning für Trinkhörner.
Wie spricht man Skål aus? Im Schwedischen und Norwegischen etwa „skoohl“ mit langem o, im Dänischen ähnlich mit kurzem Stoßton, im Isländischen (skál) etwa „skaul“.
Was sagen Finnen statt Skål? Auf Finnisch sagt man beim Anstoßen meist „kippis“. Finnisch ist keine germanische Sprache, das Wort skål gehört daher nicht zu seinem Erbwortschatz.
Für Mut. Für Erinnerung. Für Legenden, die weiterleben.

Der Schädelbecher-Mythos · Met – der Göttertrank · Bier & Brauen · Wie feiern Heiden heute? Blót & Sumbel · Ægirs Gelage & die Lokasenna · Wikinger Bräuche & Rituale – Blót, Sumbel, Feste & Bestattung.
Alle Alltag & Handwerk-Artikel →
Bei Søften, zehn Kilometer nördlich von Aarhus, hat das Moesgaard Museum bis Juni 2026 einen Produktionsplatz der …
Weiterlesen →Es gibt Werkzeuge, die zur Legende werden. Bei den Wikingern war es ein Schwert – oder besser: eine ganze Gruppe von …
Weiterlesen →Kein Langschiff wäre je gefahren, kein Krieger warm durch den Winter gekommen ohne die vielleicht wichtigste und am …
Weiterlesen →Das Wikingerschiff war nicht nur ein Werkzeug – es war ein Statussymbol. Und an seiner Spitze glänzte oft ein …
Weiterlesen →