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Wikinger für Kinder erklärt: Langhaus, Spielzeug, Schiffe und Götter

Alltag & Kultur Wikinger für Kinder erklärt: Langhaus, Spielzeug, Schiffe und Götter

Die Wikinger waren Menschen aus Dänemark, Norwegen und Schweden, die etwa von 793 bis 1066 lebten. Die meisten von ihnen waren keine Krieger, sondern Bauern, Handwerker, Händler und Fischer. Manche fuhren mit ihren Schiffen auf Raubzüge, andere bis nach Island, Grönland und sogar Amerika. Hier erfährst du, wie Wikinger-Familien im Langhaus wohnten, was sie aßen, womit Kinder spielten, an welche Götter sie glaubten und welche Wikinger-Mythen nicht stimmen. Dazu gibt es Tipps für dein Referat.

Zelte und Besucher im Ribe VikingeCenter, einem Freilichtmuseum in Dänemark
Im Ribe VikingeCenter (Dänemark) kann man Wikingeralltag zum Anfassen erleben. Foto: JakobHosp, CC0, Wikimedia Commons.

Ein Morgen im Juni 793

Stell dir eine kleine Insel vor der Küste Englands vor. Dort steht ein Kloster, ein Ort, an dem Mönche leben, beten und Bücher von Hand abschreiben. Es ist der 8. Juni 793. Plötzlich tauchen schlanke, schnelle Schiffe mit großen Segeln auf. Männer springen an Land, nehmen Gold, Silber und kostbare Bücher mit und verschleppen auch Menschen als Gefangene. Die Insel heißt Lindisfarne, und dieser Überfall gilt als Startschuss für die Wikingerzeit. Wie dieser Tag ablief, erzählen wir ausführlich im Artikel über Lindisfarne 793.

Kein Wunder, dass die Wikinger lange vor allem als Räuber galten. Aber das ist nur ein kleiner Teil der Geschichte. Die meisten Menschen im Norden haben nie ein Kloster überfallen. Sie säten Gerste, molken Kühe, spannen Wolle, bauten Boote und erzählten abends am Feuer Geschichten. Und ihre Kinder? Die spielten, halfen, lernten und langweilten sich bestimmt auch manchmal, so wie du. Hier erfährst du, wie sie wohnten, was sie aßen, womit Kinder spielten, wie weit ihre Schiffe fuhren und an welche Götter sie glaubten. Am Ende gibt es Tipps für dein Referat.

Steckbrief: Die Wikinger Zeit: etwa 793 bis 1066, also vor rund 1.000 bis 1.200 Jahren. Heimat: Skandinavien, das sind die heutigen Länder Dänemark, Norwegen und Schweden. Sprache: Altnordisch. Schrift: Runen, in der Wikingerzeit 16 Zeichen. Berufe: vor allem Bauern und Bäuerinnen, dazu Fischer, Handwerker, Händler und ein kleinerer Teil Krieger. Wohnung: Langhaus mit Feuerstelle in der Mitte. Berühmte Fahrten: Island (um 870), Grönland (um 985), Nordamerika (um 1000). Glaube: zuerst viele Götter wie Thor, Odin und Freyja, gegen Ende der Wikingerzeit wurden die meisten Christen. Was es NICHT gab: Hörnerhelme.

Wer waren die Wikinger?

„Wikinger“ war ursprünglich kein Name für ein ganzes Volk. Auf Altnordisch, der Sprache des Nordens, hieß víkingr ungefähr „einer, der auf Fahrt geht“. Gemeint waren Männer, die mit dem Schiff loszogen, um zu handeln, zu kämpfen oder zu plündern. Wer zu Hause seinen Hof bewirtschaftete, war eigentlich einfach ein Bauer. Heute nennen wir trotzdem meist alle Menschen, die damals in Skandinavien lebten, „die Wikinger“.

Die Wikingerzeit endet nach der üblichen Einteilung 1066. In diesem Jahr starb der norwegische König Harald Hardrada in der Schlacht von Stamford Bridge in England. Natürlich hat damals niemand gesagt: „Ab heute sind wir keine Wikinger mehr.“ Solche Jahreszahlen sind Merkzeichen, die Historiker setzen, damit man sich besser zurechtfindet. Ein bisschen wie der Gong zwischen zwei Schulstunden: Er ist pünktlich, aber das Leben läuft einfach weiter.

Wichtig für dich: Nicht alle Wikinger waren Krieger. Die allermeisten lebten als Bauernfamilien. Es gab Schmiede, Kammmacher, die aus Geweih Kämme schnitzten, Weberinnen, Händler und Fischer. Große Handelsplätze wie Haithabu bei Schleswig, im heutigen Norddeutschland, waren voller Menschen aus vielen Ländern. Bezahlt wurde oft mit Silber, das man abwog, statt Münzen zu zählen.

Die Raubzüge gab es aber wirklich, und man sollte sie nicht schönreden. Wikinger überfielen Klöster, Städte und Dörfer in England, Irland, Frankreich und anderswo. Sie nahmen Schätze mit und verschleppten Menschen, die sie als Sklaven verkauften oder für sich arbeiten ließen. Für die Überfallenen war das schrecklich. Gleichzeitig führten auch andere Herrscher dieser Zeit grausame Kriege. Geschichte ist selten schwarz-weiß.

Wohnen im Langhaus

Ein eigenes Kinderzimmer hatte ein Wikingerkind nicht. Die ganze Familie lebte in einem großen Raum oder in wenigen Räumen, im sogenannten Langhaus. Es war lang und eher schmal, oft mit leicht gebogenen Wänden, ein bisschen wie ein umgedrehtes Boot.

Die Wände bestanden je nach Gegend aus Holz, aus Flechtwerk mit Lehm oder, auf Island, aus dicken Rasensoden, also ausgestochenen Grasstücken mit Erde. Das Dach war mit Stroh, Schilf oder Grassoden gedeckt. Glasfenster gab es nicht. In der Mitte brannte das Langfeuer, eine lange Feuerstelle auf dem Boden. Sie war Heizung, Herd und Lampe zugleich. Einen Schornstein gab es nicht, der Rauch zog durch ein Loch im Dach ab. Warm war es also, aber auch ziemlich rauchig.

An den Längswänden liefen breite Bänke aus Erde und Holz entlang. Tagsüber saß, arbeitete und aß man darauf, nachts schlief man dort auf Fellen und Decken. Auf vielen Höfen stand im Winter auch das Vieh mit unter demselben Dach, in einem Stallteil am Ende des Hauses. Die Tiere waren geschützt und gaben Wärme ab. Riechen konnte man das natürlich auch.

Ein Bauernhaus war oft 20 bis 40 Meter lang. Häuptlinge besaßen gewaltige Hallen: In Borg auf den Lofoten in Norwegen fanden Archäologen die Reste eines Häuptlingshauses von rund 83 Metern Länge. Heute steht dort ein Nachbau im Lofotr Vikingmuseum. Mehr über Bauweise und Einrichtung findest du im Beitrag über das Wikinger-Langhaus.

Was kam auf den Tisch?

Pizza, Pommes und Schokolade: Fehlanzeige. Kartoffeln, Tomaten, Mais und Kakao kamen erst Jahrhunderte später aus Amerika nach Europa, Zucker kannte man im Norden nicht. Süß schmeckten Honig, Beeren, Äpfel und Haselnüsse.

Das wichtigste Essen war Getreide, vor allem Gerste, dazu Hafer und Roggen. Daraus kochte man Brei und backte flaches Brot auf heißen Steinen oder Eisenplatten. Dazu gab es Erbsen, Ackerbohnen, Zwiebeln und Kohl. Fleisch kam von Schweinen, Rindern, Schafen und Ziegen. Weil es keinen Kühlschrank gab, wurden Fleisch und Fisch geräuchert, gesalzen oder getrocknet. In Norwegen trocknete man Dorsch an der kalten Luft, bis er hart wie ein Brett war. Dieser Trockenfisch hält jahrelang. Aus Milch machte man Butter, Käse und Quark. Isländisches Skyr, ein dicker Sauermilchquark, steht heute bei uns im Supermarkt.

Getrunken wurden Wasser, Milch und Molke, die Flüssigkeit, die beim Käsemachen übrig bleibt. Erwachsene tranken auch Bier und bei Festen Met aus Honig. Die isländischen Sagas, Geschichten, die im 13. Jahrhundert aufgeschrieben wurden, sprechen oft von zwei Hauptmahlzeiten am Vormittag und am Abend. Ob das überall so war, wissen wir nicht sicher. Mehr dazu im Artikel über die Ernährung der Wikinger.

Ein Tag als Wikingerkind

Schulen, wie du sie kennst, gab es nicht. Kein Stundenplan, keine Hausaufgaben. Klingt toll? Frei hatten die Kinder trotzdem nicht. Das Dänische Nationalmuseum in Kopenhagen schreibt, dass Kinder schon früh mitarbeiten mussten: im Haus beim Feuer und Kochen, draußen bei den Tieren, auf dem Feld und beim Sammeln von Feuerholz, Beeren und Obst.

Gelernt wurde durch Zuschauen und Mitmachen. Ein Mädchen sah der Mutter beim Spinnen und Weben zu und probierte es selbst. Ein Junge half beim Pflügen, Fischen oder Reparieren eines Bootes. Ganz streng war diese Aufteilung nicht, auf einem Hof musste jeder anpacken. Wer ein Schiff steuern, schmieden oder Runen ritzen wollte, lernte das bei jemandem, der es konnte, so wie heute ein Lehrling im Betrieb.

Abends am Feuer wurde erzählt: von Göttern, Riesen, Helden und den eigenen Vorfahren. Bücher gab es im Norden noch nicht, also mussten Kinder gut zuhören und sich viel merken.

Kindheit war damals kürzer. Laut Nationalmuseum galten Jungen auf Island mit 16 Jahren rechtlich als erwachsen, und Mädchen heirateten oft sehr jung. Leider starben auch viele Kinder früh an Krankheiten, denn es gab keine Impfungen und keine Medikamente wie heute. Das ist traurig, gehört aber zur Geschichte. Mehr über Familie und Aufwachsen findest du im Artikel über Kinder in der Wikingerzeit.

Womit spielten Wikinger-Kinder?

Hier helfen uns echte Funde. Archäologen, also Forscher, die im Boden nach Spuren der Vergangenheit graben, haben Spielzeug aus der Wikingerzeit entdeckt. Das Dänische Nationalmuseum nennt kleine Schiffe, Schwerter, Puppen und Tierfiguren aus Holz. Ein Kreisel übte die Fingerfertigkeit, und mit einem Holzschwert konnte ein Kind das Fechten ausprobieren, lange bevor es, wenn überhaupt, ein echtes Schwert bekam. Drei Beispiele für dein Referat:

Holz verrottet im Boden meistens. Erhalten bleibt es nur, wo es sehr feucht ist und keine Luft hinkommt, etwa in Brunnen, Hafenbecken oder Mooren. Wahrscheinlich hatten Kinder also viel mehr Spielsachen, als wir kennen.

Beliebt waren auch Brettspiele. Das bekannteste heißt Hnefatafl: Ein König sitzt in der Mitte, seine Verteidiger wollen ihn in eine Ecke retten, die Angreifer wollen ihn einkreisen. Spielsteine aus Glas, Knochen und Bernstein fand man in vielen Gräbern und Siedlungen. Die Regeln wurden nicht aufgeschrieben, heutige Regeln sind gut begründete Nachbauten. Wie es geht, steht im Beitrag zu Hnefatafl.

Im Winter ging es aufs Eis. In Birka in Schweden, in Haithabu und im englischen York kamen Schlittschuhe aus Knochen zutage. Man band sich Pferde- oder Rinderknochen unter die Schuhe und schob sich mit einem spitzen Stock vorwärts. Die Sagas erzählen außerdem von Ballspielen und Ringkämpfen, wurden aber erst nach der Wikingerzeit aufgeschrieben.

Schiffe, die bis nach Amerika kamen

Ohne Schiffe keine Wikinger. Skandinavien hat lange Küsten, tiefe Fjorde und viele Inseln, das Wasser war die Straße. Die Schiffsbauer bauten aus Eichenholz in Klinkerbauweise: Die Bretter überlappen sich wie Dachziegel und sind mit Eisennägeln verbunden. Unten lief der Kiel entlang, ein starker Balken wie das Rückgrat eines Fisches. Ein Wollsegel und viele Ruder trieben das Schiff an.

Die schlanken Langschiffe waren schnell und kamen auch in flaches Wasser und Flüsse. Breitere Handelsschiffe, die Knorr hießen, hatten Platz für Waren, Tiere und Familien. Berühmte echte Schiffe sind das Gokstad- und das Oseberg-Schiff aus norwegischen Grabhügeln und die fünf Skuldelev-Schiffe im Wikingerschiffsmuseum in Roskilde. Mehr im Artikel über die Drachenschiffe.

Einen Kompass hatten die Wikinger nicht. Sie orientierten sich an Sonne, Sternen, Küsten, Vögeln, Walen und der Farbe des Wassers, ganz ohne Navi. Und so fuhren sie immer weiter nach Westen:

Lange hielten viele die Vinland-Geschichten für Märchen. Dann fanden Anne Stine Ingstad und Helge Ingstad aus Norwegen 1960 in L’Anse aux Meadows auf der kanadischen Insel Neufundland Reste von Häusern aus Holz und Grassoden. Seit 1978 ist der Ort UNESCO-Welterbe. 2021 konnten Forscher sogar bestimmen, wann dort Holz mit Metallwerkzeugen geschnitten wurde: im Jahr 1021. Das klappte, weil ein gewaltiger Sonnensturm im Jahr 993 eine Spur in den Jahresringen der Bäume hinterlassen hat, wie ein Zeitstempel. Wikinger waren also fast 500 Jahre vor Kolumbus in Amerika, blieben aber nicht lange. Mehr im Artikel über Vinland.

Runen: die Buchstaben der Wikinger

Die Wikinger hatten ihre eigene Schrift, die Runen. Sie bestehen aus geraden Strichen, weil man sie in Holz, Knochen oder Stein ritzte, und Rundungen lassen sich mit dem Messer schlecht schneiden. Die Runenreihe heißt Futhark, nach ihren ersten sechs Zeichen: f, u, þ (gesprochen wie englisches „th“), a, r, k. Genauso kommt „Alphabet“ von den griechischen Buchstaben Alpha und Beta.

In der Wikingerzeit benutzte man das jüngere Futhark mit nur 16 Zeichen, das ältere hatte 24. Ein Zeichen musste deshalb oft mehrere Laute übernehmen, ein bisschen wie abgekürzte Nachrichten: Wer den Absender kennt, versteht sie trotzdem.

Viele Runen stehen auf Runensteinen, die meist zur Erinnerung an Verstorbene aufgestellt wurden. Allein in Schweden gibt es Tausende. Auf dem großen Jelling-Stein in Dänemark rühmt sich König Harald Blauzahn, die Dänen zu Christen gemacht zu haben. Das Bluetooth-Zeichen auf deinem Tablet besteht übrigens aus seinen Anfangsbuchstaben in Runen. Ausprobieren kannst du die Zeichen auf unserer Runen-Seite, den Hintergrund liefert die ehrliche Einführung in die Runen. Runen waren eine normale Schrift. Geheime Zauberkräfte, wie manche Webseiten behaupten, gehören nicht als Tatsache in dein Referat.

Götter, Riesen und Geschichten

Bevor sie Christen wurden, glaubten die Menschen im Norden an viele Götter und Göttinnen. Die Geschichten über sie heißen heute nordische Mythologie. Ein Mythos ist eine Erzählung, mit der Menschen sich die Welt erklären: Woher kommt der Donner? Wie entstand die Welt? Wichtig: Das sind Geschichten, an die die Menschen damals glaubten. Heute wissen wir, wie ein Gewitter physikalisch entsteht. Spannend sind die Geschichten trotzdem, und sie werden bis heute in Büchern, Comics und Filmen erzählt.

Thor war der Gott des Donners und der Stärkste unter den Göttern. Er fuhr in einem Wagen, den zwei Ziegenböcke zogen, und kämpfte mit seinem Hammer Mjölnir gegen die Riesen. Viele Menschen trugen kleine Hammer-Anhänger. Der Donnerstag ist nach ihm benannt. Mehr im Artikel Thor – Donner über Midgard.

Odin war der Göttervater, klug, geheimnisvoll und ein bisschen unheimlich. Er hatte nur ein Auge, weil er das andere für einen Schluck aus einer Quelle der Weisheit hergab. Seine Raben Hugin und Munin flogen täglich über die Welt und berichteten ihm alles. Mehr im Beitrag über Odin.

Loki war ein Gestaltwandler und Trickser, der den Göttern half und ihnen genauso oft Ärger machte. Mit dem Loki aus den Marvel-Filmen hat er nur den Namen und ein paar Ideen gemeinsam. Dazu kamen Freyja, die Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit, Odins Frau Frigg und viele mehr. Die Welt stellte man sich als neun Welten vor, verbunden durch einen riesigen Baum, die Weltesche Yggdrasil. Die Menschen wohnten in Midgard, der Welt in der Mitte.

Woher wissen wir das? Die meisten Geschichten wurden erst nach der Wikingerzeit aufgeschrieben, auf Island im 13. Jahrhundert, rund 200 Jahre später. Die beiden wichtigsten Sammlungen heißen Edda. Eine davon schrieb der Isländer Snorri Sturluson um 1220, ein Christ, der die alten Geschichten nacherzählte. Ob die Wikinger alles genau so erzählt haben, wissen wir also nicht. Der Satz „Die Geschichten wurden erst später aufgeschrieben“ macht in jedem Referat Eindruck.

Mythos-Check: Stimmt das eigentlich?

Mythos-Check: „Wikinger trugen Helme mit Hörnern.“ Falsch. Aus der Wikingerzeit kennen wir nur einen einzigen fast vollständigen Helm, den Helm von Gjermundbu, 1943 in Norwegen gefunden. Er ist rund wie eine Kappe, schützt Augen und Nase und hat keine Hörner. Die kamen erst im 19. Jahrhundert auf, durch Maler und Opernkostüme, besonders für Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ 1876. Die meisten Wikinger hatten vermutlich gar keinen Metallhelm. Mehr im Artikel Trugen Wikinger wirklich Hörnerhelme?
Mythos-Check: „Wikinger waren alle schmutzig.“ Stimmt so nicht. Kämme gehören zu den häufigsten Funden der Wikingerzeit, dazu Pinzetten und kleine Ohrlöffel. Der Samstag heißt auf Dänisch und Norwegisch lørdag, auf Isländisch laugardagur: „Waschtag“. Ein englischer Mönch schrieb im 13. Jahrhundert, die Dänen hätten sich täglich gekämmt und samstags gebadet. Der arabische Reisende Ibn Fadlan, der um 922 Händler aus dem Norden an der Wolga traf, fand sie dagegen ziemlich unsauber. Sauberkeit sah damals anders aus als heute, aber aufs Aussehen achteten Wikinger durchaus. Mehr im Beitrag über die Hygiene der Wikinger.
Mythos-Check: „Alle Wikinger waren blond und riesig.“ Falsch. Skelette zeigen: Männer waren im Durchschnitt etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß, Frauen etwa 1,57 bis 1,61 Meter, also etwas kleiner als heute. Eine große Studie, die 2020 in der Fachzeitschrift Nature erschien, untersuchte das Erbgut von über 400 Menschen der Wikingerzeit. Ergebnis: Viele hatten braune oder dunkle Haare, und ihre Vorfahren kamen aus ganz unterschiedlichen Gegenden. Blonde gab es auch, aber längst nicht nur.

Tipps für dein Referat

1. Wähle einen Schwerpunkt. „Die Wikinger“ ist ein riesiges Thema. Konzentriere dich lieber auf zwei oder drei Bereiche, etwa „Alltag und Kinder“, „Schiffe und Entdeckungen“ oder „Götter und Runen“.

2. Baue eine klare Gliederung.

3. Zeig etwas. Ein Bild vom Gokstad-Schiff, ein gezeichnetes Langhaus, dein Name in Runen oder ein selbst gebasteltes Hnefatafl-Brett machen dein Referat lebendig.

4. Nutze gute Quellen. Eine Quelle ist der Ort, an dem du eine Information gefunden hast. Gut sind Museumsseiten, Sachbücher und Lexika, zum Beispiel „Wikinger. Nordmänner zur See“ aus der Reihe WAS IST WAS (Band 58, Tessloff). Wikipedia kann ein Anfang sein, wichtige Zahlen prüfst du aber an einer zweiten Stelle. Serien und Filme sind spannend, aber vieles darin ist ausgedacht.

5. Gib deine Quellen richtig an. Ans Ende gehört eine Liste. Bei einem Buch: Autorin oder Autor, Titel, Verlag, Jahr, also zum Beispiel: Andrea Schaller: Wikinger. Nordmänner zur See. Tessloff 2016. Bei einer Internetseite: wer sie gemacht hat, Titel, Adresse und das Datum, an dem du sie gelesen hast, etwa: Nationalmuseet: Children in the Viking period, en.natmus.dk, abgerufen am 8.10.2026.

6. Besuche ein Museum. Echte Funde zu sehen, ist das Beste. In Deutschland ist das Wikinger Museum Haithabu bei Schleswig der wichtigste Ort dafür. Weitere Ziele stehen in unserem Beitrag über Wikinger-Museen.

Für Eltern und Lehrkräfte

Diese Angebote haben wir im Oktober 2026 auf den offiziellen Seiten geprüft. Bitte vor einem Besuch die aktuellen Zeiten nachsehen.

Wikinger Museum Haithabu: Die Seite Das Wikinger Museum für Kinder nennt einen kostenlosen Kinder-Medienguide ab acht Jahren, Entdeckerbögen für Kinder und Schulklassen und einen ausleihbaren Museumsrucksack. Schulangebote stehen unter Bildung und Vermittlung.

Vikingeskibsmuseet Roskilde: Der Schuldienst bietet Programme drinnen und draußen zu Schiffen und Fahrten, unter 18 Jahren ist der Eintritt frei: School visits (Englisch).

Nationalmuseet Kopenhagen: Eigenes deutschsprachiges Kindermaterial zur Wikingerzeit haben wir nicht gefunden. Gut für den Unterricht eignet sich die englische Wissensseite Children in the Viking period.

Statens historiska museum Stockholm: Unter Skola gibt es Programme für jüngere Klassen und Unterrichtsmaterial auf Schwedisch, dazu die große Ausstellung Vikingarnas värld.

Unsere Erfahrung von vielen Gesprächen mit Familien: Kinder in diesem Alter fragen sehr direkt nach Gewalt, Sklaverei und Tod. Wir halten es für richtig, diese Themen ruhig und sachlich einzuordnen, statt sie auszusparen.

Häufige Fragen

Hatten Wikinger Hörner auf dem Helm? Nein. Der einzige fast vollständige Wikingerhelm, der Helm von Gjermundbu aus Norwegen, hat keine Hörner. Die Hörner wurden im 19. Jahrhundert für Gemälde und Opernkostüme erfunden.

Was haben Wikinger-Kinder gespielt? Gefunden wurden Spielzeugschiffe, Holzschwerter, Puppen, Tierfiguren wie ein Pferdchen von den Färöern und Kreisel. Dazu kamen Brettspiele wie Hnefatafl und im Winter Schlittschuhe aus Knochen.

Mussten Wikinger-Kinder zur Schule gehen? Nein, Schulen wie heute gab es nicht. Kinder lernten zu Hause und auf dem Hof, indem sie zusahen und früh mitarbeiteten.

Wann lebten die Wikinger? Die Wikingerzeit dauerte etwa von 793 bis 1066. Die Wikinger kamen aus dem heutigen Dänemark, Norwegen und Schweden.

Waren die Wikinger zuerst in Amerika? Sie waren die ersten Europäer dort, von denen wir wissen: um das Jahr 1000, belegt durch die Ausgrabung in L’Anse aux Meadows in Kanada. Natürlich lebten in Amerika schon lange vorher Menschen, die Vorfahren der heutigen indigenen Völker.

Was haben die Wikinger gegessen? Vor allem Brei und flaches Brot aus Gerste, dazu Fisch, Fleisch, Milchprodukte, Erbsen, Bohnen, Kohl, Beeren und Nüsse. Gesüßt wurde mit Honig, Zucker und Kartoffeln gab es noch nicht.

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