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Die Slawen in Bulgarien: die Sieben Stämme und die Severen

Geschichte & Funde Die Slawen in Bulgarien: die Sieben Stämme und die Severen Es gibt Völker, die man nur an einer einzigen Stelle greifen kann. Die slawischen Gruppen, die sich 680 an der unteren Donau mit den Bulgaren Asparuchs verbanden, gehören dazu. Ein byzantinischer Mönch, der mehr als hundert Jahre später schrieb, nennt sie in einem einzigen Satz: die sogenannten Sieben Stämme und die Severen. Aus diesem Satz ist ein Staat geworden, der über drei Jahrhunderte hinweg der schwerste Gegner von Konstantinopel war, und aus ihm ist später ein Volk geworden. Was wir sicher wissen, ist erstaunlich wenig. Was daraus gemacht wurde, ist erstaunlich viel. Dieser Artikel trennt beides so sauber wie möglich.

Ein Volk, das keinen Namen hat

Die Quelle, an der alles hängt, ist die Chronographia des Theophanes Confessor, geschrieben um 810/814 in Konstantinopel. Unter dem Weltjahr 6171, das dem Jahr 679/680 unserer Zeitrechnung entspricht, berichtet er, wie die Bulgaren unter Asparuch über die Donau kamen, ein römisches Heer schlugen und sich in der Landschaft nördlich des Balkangebirges festsetzten. Dort, schreibt er, hätten sie die ansässigen slawischen Stämme unterworfen, die sogenannten Sieben Stämme, sowie die Severen. Mehr steht nicht da. Kein einziger Stammesname wird genannt. Kein Anführer, kein Ort, keine Zahl außer der Sieben. Der zweite Zeuge, Patriarch Nikephoros, schreibt in seinem Breviarium ungefähr zur selben Zeit über dieselben Ereignisse und lässt die slawischen Gruppen praktisch ganz weg. Das ist der gesamte schriftliche Bestand. Alles, was in populären Darstellungen an Stammesnamen, Grenzen und Bündnisverträgen auftaucht, ist Rekonstruktion.

bulgaren-slawen
Freigelegte Fundamente im Palastbezirk von Pliska, der ersten Hauptstadt des bulgarischen Reiches. Die schweren Quadermauern gehören zur Herrschaftsarchitektur des 9. Jahrhunderts; die slawische Bevölkerung des Reiches lebte in Grubenhäusern, von denen im Boden meist nur Verfärbungen bleiben. Foto: Svilen Enev, CC BY-SA 3.0.

Wie die Slawen auf den Balkan kamen

Vor 680 liegt ein Jahrhundert, das die Landkarte des Balkans völlig verändert hat. Seit dem frühen 6. Jahrhundert überschritten slawischsprachige Gruppen die Donau, zunächst als Plünderer, dann als Siedler. Die byzantinischen Autoren nennen sie Sklavenen und Anten. Nach dem Zusammenbruch der Donaugrenze unter Kaiser Phokas und in den Awarenkriegen des frühen 7. Jahrhunderts brach die römische Verwaltung im Binnenland zusammen. Städte wie Serdica, Naissus oder Marcianopolis verloren ihre Funktion, die Bevölkerung zog sich in die Küstenstreifen und die befestigten Häfen zurück. Was blieb, war ein weites, kaum kontrolliertes Land mit vielen kleinen, eigenständigen slawischen Siedlungsgruppen. Genau in dieses Vakuum kam zwei Generationen später Asparuch. Dieselbe Bewegung führte weiter westlich zur Entstehung jener Verbände, aus denen später die Serben, die Kroaten und die Karantanen hervorgingen.

Prokop und das Strategikon: der römische Blick

Wie diese Gruppen lebten, wissen wir fast nur aus feindlicher Perspektive. Prokop von Kaisareia beschreibt in den Gotenkriegen, Buch VII, Kapitel 14, dass Sklavenen und Anten nicht von einem Einzelnen beherrscht würden, sondern seit alters in einer Volksherrschaft lebten, sodass alle wichtigen Angelegenheiten vor die Versammlung kämen. Sie verehrten, schreibt er, einen Gott als Herrn über alles, den Schöpfer des Blitzes, und opferten ihm Rinder; daneben Flüssen, Nymphen und anderen Wesen. Tempel und Götterbilder erwähnt er nicht. Das sogenannte Strategikon des Maurikios, ein Militärhandbuch vom Ende des 6. oder Anfang des 7. Jahrhunderts, widmet ihnen ein eigenes Kapitel (XI,4): Sie seien zahlreich und ausdauernd, lebten in Waldrandlagen und an Flüssen, kämpften aus dem Hinterhalt statt in offener Schlacht und ließen sich nicht beherrschen. Beides sind wertvolle Texte, aber es sind Aufklärungsberichte für den Gegner, keine Selbstzeugnisse.

Sklaviniai: Landschaften ohne Reich

Für die von Slawen besiedelten Räume, die außerhalb der kaiserlichen Verwaltung lagen, prägten die Byzantiner den Begriff Sklavinia. Er meint kein Volk und keinen Staat, sondern ein Gebiet: dort wohnen Slawen, dort gilt unser Recht nicht. Als feststehender Ausdruck wird er vor allem ab dem späteren 8. Jahrhundert greifbar; Theophanes spricht für 680 noch von den benachbarten sklawenischen Völkern. Wichtig ist die Blickrichtung: Sklavinia ist eine Fremdbezeichnung aus Konstantinopel, keine Selbstbezeichnung. Dass die Byzantiner sehr wohl Namen kannten, wo sie welche kannten, zeigen die Wundergeschichten des heiligen Demetrios aus Thessaloniki. Dort werden im zweiten Buch, für die Ereignisse des 7. Jahrhunderts, Gruppen wie Drugubiten, Sagudaten, Rynchinen, Belegeziten und Berziten mit Namen und teils sogar mit ihren Anführern genannt. Bei den Sieben Stämmen an der Donau tut das niemand.

Kubrats Söhne und der Zug Asparuchs

Die andere Hälfte der Geschichte kommt aus der Steppe. Theophanes erzählt vom Reich des Kubrat nördlich des Schwarzen Meeres, das er Alt-Großbulgarien nennt, und von dessen fünf Söhnen, die den Rat des Vaters, zusammenzubleiben, missachteten und sich trennten. Diese Erzählung ist erkennbar literarisch gebaut: Sie erklärt am Modell des Vätererbes, warum die Bulgaren überhaupt an der Donau auftauchen, und sie verurteilt sie zugleich. Der Chronist schreibt in einer Zeit, in der Bulgarien unter Krum zur tödlichen Bedrohung geworden war, und er lässt seine Leser nicht im Zweifel darüber, was sie von diesem Volk halten sollen. Der dritte Sohn, Asparuch, zog nach Westen über Dnjepr und Dnjestr und setzte sich in einer Gegend fest, die Theophanes Onglos nennt und die er für nach beiden Seiten unangreifbar hält. Wo dieser Onglos genau lag, ist bis heute offen; die meisten Forscher suchen ihn im Donaudelta.

Der Onglos und der Sommer 680

Kaiser Konstantin IV. hatte gerade die arabische Belagerung Konstantinopels überstanden und konnte sich der Donau zuwenden. Er führte Heer und Flotte gegen den Onglos. Nikephoros beschreibt, wie die Bulgaren sich angesichts der Übermacht in ihre Befestigungen zurückzogen und die Römer wegen des sumpfigen Geländes nicht angreifen konnten. Dann verließ der Kaiser das Lager, um in Mesembria seine Gicht behandeln zu lassen. Ein Gerücht ging um, er sei geflohen; das Heer löste sich in ungeordneter Flucht auf, ohne dass jemand es verfolgt hätte. Erst danach setzten die Bulgaren nach. Es ist bemerkenswert, dass beide byzantinischen Autoren diese Niederlage nicht als militärische Leistung des Gegners darstellen, sondern als Panne im eigenen Lager. Auch das gehört zur Quellenkritik: Die Schilderung schützt die Ehre des Kaisers.

Die Sieben Stämme und die Severen

Was danach geschah, ist die eigentlich folgenreiche Stelle. Die Bulgaren überschritten die Donau, gelangten in die Gegend von Varna beim antiken Odessos und fanden dort ein Land, das im Rücken durch den Fluss, vorn durch die Gebirgspässe und das Meer geschützt war. Und dann ordneten sie die vorgefundene Bevölkerung neu:

Als sie sich dort ausgebreitet hatten, unterwarfen sie die dort ansässigen Stämme der Sklawenen, die sogenannten Sieben Stämme; und die Severen siedelten sie vom vorderen Pass von Beregaba an in Richtung der östlichen Gebiete an, in die südlichen und westlichen Gegenden aber, bis nach Awarien hin, die übrigen sechs Stämme, die ihnen tributpflichtig waren.Theophanes Confessor, Chronographia, AM 6171 (ed. de Boor I, S. 359); Übersetzung: Glanz & Gravur

Der griechische Ausdruck für den Pass lautet apo tes emprosthen kleisouras Beregabon, also vom vorderen Engpass von Beregaba. Gemeint ist wahrscheinlich der heutige Rish-Pass im östlichen Balkangebirge. Die Severen bekamen damit die Ostflanke, die dem Kaiser zugewandte Seite. Die sechs übrigen Gruppen wurden nach Süden und Westen bis an die Grenze des Awarenreichs gesetzt. Das ist keine zufällige Verteilung, sondern ein Grenzverteidigungssystem: Wer immer diese Anordnung traf, hatte einen strategischen Plan.

Ein Wort, an dem alles hängt

Theophanes benutzt für das Verhältnis der Bulgaren zu den Slawen ein Verb der Unterwerfung, und er nennt die sechs Stämme tributpflichtig. Genau hier scheiden sich die Deutungen. Ein Teil der Forschung liest die Stelle wörtlich: Eine berittene Steppenelite unterwarf eine bäuerliche Mehrheit. Ein anderer Teil hält die Formulierung für byzantinische Ordnungssprache. Für Konstantinopel gab es nur Herrschaft oder Unterwerfung, und ein Bündnis zwischen Barbaren unter Gleichen wäre in dieser Weltsicht kaum darstellbar gewesen. Für die zweite Lesart spricht, dass die Slawen an den Pässen und an der Awarengrenze eingesetzt wurden, also an den gefährlichsten Stellen, was gemeinhin Vertrauen voraussetzt, und dass sie über Jahrhunderte hinweg nicht als unterworfene Bevölkerung, sondern als tragende Bevölkerung des Reiches erscheinen. Entscheiden lässt sich die Frage mit den vorhandenen Texten nicht. Wer behauptet, es sei ein freiwilliges Bündnis gewesen, deutet ebenso wie der, der von Eroberung spricht.

681: Tribut auf Reichsboden

Nach der Niederlage stießen die Bulgaren nach Süden vor. Konstantin IV. musste einlenken und schloss 681 Frieden, in dem er sich zu jährlichen Zahlungen verpflichtete. Theophanes vermerkt das mit unverhohlener Bitterkeit: Es sei unerhört zu hören, dass derjenige, dem alle Völker in Ost und West, Nord und Süd Tribut leisteten, von diesem neu aufgetauchten Volk besiegt worden sei. Der Vorgang ist auch juristisch bemerkenswert. Das Reich erkannte damit eine fremde Herrschaft auf Boden an, den es weiter als römisch betrachtete, und zahlte dafür. Das Jahr 681 gilt deshalb als Gründungsdatum des Ersten Bulgarischen Reiches. Man sollte dabei mitdenken, dass diese Jahreszahl aus der byzantinischen Chronologie stammt und dass der Vertragstext selbst nicht erhalten ist.

Justinian II. und die Verschleppung nach Bithynien

Wie Konstantinopel mit Slawen umging, die es zu fassen bekam, zeigt der Sohn des Kaisers. 688/689 zog Justinian II. gegen die Sklavinien in Makedonien, erzwang den Weg nach Thessaloniki und verschleppte eine sehr große Zahl von Menschen nach Kleinasien, in das Thema Opsikion. Aus ihnen hob er ein Sonderkorps von angeblich 30.000 Mann aus, das Theophanes ein auserwähltes Volk nennt; Befehlshaber war ein Mann namens Neboulos. 692 oder 693, in der Schlacht bei Sebastopolis gegen die Araber, liefen rund 20.000 dieser Männer zum Gegner über. Justinian ließ daraufhin die Zurückgebliebenen und ihre Familien töten. Die Zahlen sind wie fast alle Zahlen dieser Zeit unsicher, aber die Richtung ist eindeutig: Für das Reich waren diese Menschen Menschenmaterial, das man versetzen konnte. Vor diesem Hintergrund wird verständlicher, warum sich die Gruppen an der unteren Donau lieber mit Asparuch arrangierten als mit dem Kaiser.

Was gesichert ist

Theophanes Confessor, Chronographia AM 6171 (ed. de Boor I, 356-359) berichtet Asparuchs Zug über Dnjepr und Dnjestr, die Festsetzung im Onglos, die römische Niederlage im Sommer 680, die Unterwerfung der sogenannten Sieben Stämme und der Severen, die Ansiedlung der Severen ab dem Pass von Beregaba nach Osten und der übrigen sechs Gruppen nach Süden und Westen bis nach Awarien sowie den Friedensschluss mit jährlichem Tribut 681. Patriarch Nikephoros, Breviarium 35-36, überliefert denselben Feldzug mit der Gichterkrankung des Kaisers und der panischen Flucht des Heeres, ohne die slawischen Gruppen zu behandeln. Zum römischen Slawenbild: Prokop, Bella VII,14; Maurikios, Strategikon XI,4; Miracula Sancti Demetrii, Buch II, mit namentlich genannten Gruppen um Thessaloniki. Zur byzantinischen Slawenpolitik: Theophanes AM 6180 und AM 6184 (Feldzug 688/689, Sonderkorps unter Neboulos, Überlauf bei Sebastopolis). Für 767 nennt Theophanes den Severenfürsten Slavun, der in Thrakien Schaden anrichtete und von den Byzantinern ergriffen wurde: der einzige namentlich bekannte Anführer aus diesem Umfeld.

Was der Boden zeigt

Die Archäologie ergänzt das Bild, sie ersetzt es nicht. Für das 7. und 8. Jahrhundert kennt man in Nordostbulgarien und an der unteren Donau zahlreiche kleine Siedlungen mit eingetieften Grubenhäusern von etwa drei bis vier Metern Seitenlänge und einem Steinofen in einer Ecke, dazu handgeformte Keramik. Die Toten wurden verbrannt und die Reste häufig in Urnen beigesetzt. Zhivka Vazharova hat diese Gräberfelder in den 1970er Jahren systematisch vorgelegt und den slawischen Gruppen zugeschrieben. Daneben stehen die großen zweiritigen Nekropolen wie Novi Pazar unweit von Pliska, in denen Brand- und Körperbestattungen nebeneinander vorkommen. Die klassische Deutung lautet: Brandbestattung slawisch, Körperbestattung bulgarisch. Die neuere Forschung, etwa bei Uwe Fiedler, ist hier deutlich zurückhaltender, weil sich die Ritusgruppen auf vielen Plätzen räumlich trennen und chronologisch verschieben. Ein Ritus ist eine Praxis, kein Personalausweis.

Pliska, Preslav und der Madara-Reiter

Die Hauptorte des jungen Reiches sind eindrucksvoll und werden gern überinterpretiert. Pliska umfasst mit dem äußeren Erdwall ein Areal von rund 23 Quadratkilometern, in dessen Mitte eine steinerne Innenfestung von etwa 48 Hektar liegt. Das ist weniger eine Stadt im mediterranen Sinn als ein befestigter Herrschaftsraum mit Siedlungsinseln. Preslav wurde Ende des 9. Jahrhunderts zur zweiten Hauptstadt und ist berühmt für seine bemalte Baukeramik. Aus Pliska stammt außerdem eine 1961 gefundene bronzene Rosette mit sieben Strahlen, 38 Millimeter groß, beschriftet mit Zeichen des sogenannten Murfatlar-Typs; ihre Deutung ist bis heute ungeklärt und reicht von Amulett über Pferdegeschirrbeschlag bis zu Gebet oder Schwurformel. Der Madara-Reiter schließlich, seit 1979 UNESCO-Welterbe, ist ein hoch über dem Boden in den Fels gehauenes Relief mit drei griechischen Inschriften, die Tervel, Krum und Omurtag nennen.

Mythos-Check

Die Sieben Stämme werden in keiner Quelle beim Namen genannt. Jede Liste mit sieben Stammesnamen, die im Internet oder in populären Büchern kursiert, ist moderne Konstruktion. Ob die Sieben überhaupt eine Zählung ist oder eine feste Formel beziehungsweise eine Gruppenbezeichnung, ist offen. Ob die Slawen unterworfen wurden oder ein Bündnis schlossen, hängt an einem Verb bei Theophanes und wird gegensätzlich gedeutet; die Quelle ist byzantinisch und an einer Ordnung von Herrschaft und Unterwerfung interessiert. Der Madara-Reiter ist weder sicher datiert noch sicher gedeutet: Vorgeschlagen wurden Tervel, Krum und Omurtag, die Inschriften sind nachträglich angebracht, und das Denkmal gehört in die bulgarische, nicht in die slawische Formensprache. Die Herkunft des Namens Bulgaren ist ungeklärt; die verbreitete Ableitung von einem türkischen Wort für mischen ist eine Hypothese des 19. Jahrhunderts. Die balkanischen Severen tragen denselben Namen wie die ostslawischen Sewerjanen am Dnjepr, ein Zusammenhang ist damit aber nicht bewiesen. Und schließlich: Direkte Linien von diesen frühmittelalterlichen Verbänden zu heutigen Nationen sind Geschichtspolitik, kein Befund. Das Thema ist in Südosteuropa bis heute umstritten; wir referieren die Quellenlage und beziehen keine nationale Position.

Vom Bündnis zum Volk

Das Entscheidende geschah in den zwei Jahrhunderten danach, und es geschah leise. Eine zahlenmäßig kleine Herrscherschicht mit einer Turksprache stand einer slawischsprachigen Mehrheit gegenüber. Am Ende sprach das ganze Reich slawisch. Beschleunigt wurde das durch zwei politische Entscheidungen: die Christianisierung unter Boris I., der sich 864/865 taufen ließ und den Namen Michael annahm, und die Aufnahme der aus Mähren vertriebenen Schüler von Kyrill und Method ab 886. In den Schulen von Ohrid und Preslav entstand aus der glagolitischen Vorlage die kyrillische Schrift, und unter Boris' Sohn Simeon, der 893 bis 927 regierte, wurde Altbulgarisch zur Sprache von Kirche und Verwaltung. Damit war aus einem militärischen Zweckbündnis von 680 ein Volk mit eigener Schrift und eigener Literatur geworden. Ähnliche, aber ganz anders verlaufene Wege gingen die Verbände im Osten, etwa die Tiwerzen, die Ulitschen und die Dulebier, die im Umfeld der Kiewer Rus aufgingen, und im Norden die Obodriten, Sorben und Pomoranen.

Warum wir das aufschreiben

Wir sind eine kleine Familienmanufaktur in Alsdorf und arbeiten mit Laser und Schiefer, nicht mit Handschriften. Aber wer Zeichen in Material schneidet, muss wissen, was er da eigentlich schneidet, und muss auseinanderhalten können, was überliefert ist und was jemand später dazuerfunden hat. Bei den Sieben Stämmen ist der Unterschied besonders greifbar: ein einziger Satz eines fremden Chronisten auf der einen Seite, ein ganzes Nationalbild auf der anderen. Wir halten es lieber mit dem Satz.

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