Eine Witwe, die heimlich ein Schiff bauen lässt. Eine Sklavin, die jahrelang schweigt und sich dann als irische Königstochter zu erkennen gibt. Und eine Frau, die viermal heiratet, den Tod des Mannes betreibt, den sie liebt, und als alte Frau einen einzigen Satz sagt, über den man seit Jahrhunderten streitet. Die Laxdæla saga, die „Saga von den Leuten aus dem Lachswassertal“, ist die Isländersaga, in der Frauen die Handlung tragen. Dieser Beitrag erzählt den Inhalt nach, stellt die Frauenfiguren vor, verfolgt den Faden der Christianisierung und trennt dabei, was die Saga erzählt, was sich darüber hinaus belegen lässt und was moderne Deutung ist.
Die Laxdæla saga gehört zu den Isländersagas, den Prosaerzählungen des 13. und 14. Jahrhunderts über die ersten Generationen auf Island. Ihr Schauplatz ist der Westen der Insel, die Täler am Hvammsfjörður, einem inneren Arm des Breiðafjörður, vor allem das Laxárdalr, das „Lachsflusstal“. In der Standardausgabe der Reihe Íslenzk fornrit (Einar Ól. Sveinsson, 1934) hat sie 78 Kapitel, ebenso die englische Übersetzung von Muriel Press (1899). Erzählt werden rund sieben Generationen, von der Flucht der Familie Ketill Flachnases vor König Harald Schönhaar im späten 9. Jahrhundert bis zu Guðrúns Enkeln um die Mitte des 11. Jahrhunderts. Mittendrin liegt die Annahme des Christentums um 1000, die hier mehr Gewicht hat als in den meisten anderen Sagas.
Die ersten Kapitel gehören der Frau, die die Saga Unnr nennt und die Landnámabók, das „Buch der Landnahmen“, Auðr. Ihr Leben schildert der Beitrag über Aud die Tiefsinnige. Nach dem Tod ihres Mannes Olaf des Weißen und ihres Sohnes Thorstein des Roten lässt sie in Schottland heimlich ein Frachtschiff bauen, segelt über Orkney und die Färöer nach Island, verheiratet unterwegs ihre Enkelinnen und nimmt am Hvammsfjörður Land. Sie stirbt nach der Hochzeit ihres Enkels aufrecht sitzend und wird in der Laxdæla in einem Schiff im Grabhügel beigesetzt; die Landnámabók erzählt ein christliches Begräbnis im Flutsaum.
Unnr ist die Stammmutter fast aller späteren Hauptfiguren, und sie setzt einen Maßstab: eine Frau, die klug und mit eigenem Willen handelt. Ob sie als Vorbild für die folgenden Frauen gemeint ist oder als Ausnahme, ist umstritten. Robert Cook hat 1992 die Positionen von Carol Clover (Vorbild) und Helga Kress (Ausnahme) gegenübergestellt.
Die zweite prägende Frau ist eine Unfreie. Höskuldr Dala-Kollsson, ein Urenkel Unnrs, kauft bei einem Königstreffen auf den Brenneyjar, Inseln vor der Mündung des Göta älv, von einem reichen Händler namens Gilli dem Russen eine junge Frau für drei Mark Silber. Gilli warnt ihn, sie sei stumm. In Island bekommt sie von Höskuldr einen Sohn, Óláfr. Eines Tages hört Höskuldr sie am Bach lebhaft mit dem Kind sprechen. Zur Rede gestellt, nennt sie ihren Namen, Melkorka, und ihren Vater, Mýrkjartan, einen König in Irland; mit fünfzehn sei sie im Krieg verschleppt worden. Als Höskulds Ehefrau Jórunn sie mit Strümpfen schlägt, schlägt Melkorka ihr mit der Faust blutig auf die Nase, und Höskuldr gibt ihr einen eigenen Hof.
Historisch fassen lässt sich Melkorka nicht. Hinter „Mýrkjartan“ vermutet man einen irischen Namen wie Muirchertach, den mehrere Könige trugen; ein irisches Zeugnis über eine verschleppte Tochter ist mir nicht bekannt. Die Szene zeigt aber, was der Beitrag über Sklaverei bei den Wikingern beschreibt: Menschen von den britischen Inseln wurden in Skandinavien gehandelt, auch hohe Geburt schützte nicht.
Melkorkas Sohn erhält wegen seiner prächtigen Kleidung den Beinamen pái, „Pfau“. Er fährt nach Irland, beweist mit einem Ring der Mutter seine Herkunft und lehnt die angebotene Nachfolge des Großvaters ab. Zurück in Island heiratet er Þorgerðr, die Tochter des Skalden Egill Skallagrímsson, und baut den Hof Hjarðarholt mit einer Halle voller mythologischer Bilder. Bruchstücke eines Gedichts darüber, der Húsdrápa des Úlfr Uggason, sind in Snorris Edda erhalten. Óláfr zieht neben seinem Sohn Kjartan auch Bolli auf, den Sohn seines Halbbruders. Die beiden sind Vettern und Ziehbrüder, und wie stark ein solches Band war, zeigt der Beitrag über Sippe und Familie.
Guðrún ist die Tochter Ósvífrs auf Laugar im Sælingsdalr, nach der Saga die schönste und klügste Frau ihrer Zeit. Mit etwa vierzehn erzählt sie dem weisen Gestr Oddleifsson vier Träume: Sie wirft eine Haube in einen Bach, verliert einen Silberring im Wasser, ein Goldring zerbricht an einem Stein und blutet, ein goldener Helm fällt in den Fjord. Gestr deutet sie als vier Ehen. Den ersten Mann werde sie verlassen, der zweite werde ertrinken, der dritte erschlagen werden, wenn schon ein neuer Glaube im Land sei, und der vierte, der mächtigste, werde an seinem letzten Tag den Fjord gegen sich haben. Solche Vorausdeutungen nehmen keine Spannung; sie verschieben die Frage vom Was zum Wie.
Mit fünfzehn wird Guðrún mit Þorvaldr Halldórsson verheiratet, in einem Vertrag, der ihr die Verfügung über das Vermögen und die Hälfte des Besitzes sichert. Als er sie schlägt, näht sie ihm auf Rat von Þórðr Ingunnarson ein Hemd mit so weitem Ausschnitt, dass es als Frauenkleidung gelten kann, und erklärt die Scheidung; warum das genügte, erklärt der Beitrag über Frauen in der Wikingerzeit. Þórðr trennt sich seinerseits von seiner Frau Auðr, weil sie Männerhosen trage, und heiratet Guðrún. Auðr reitet darauf nachts in Hosen nach Laugar und verwundet ihn im Schlaf mit dem Schwert. Þórðr ertrinkt bald darauf; die Saga schreibt den Sturm dem Zauber einer Familie zu, die er vor Gericht gebracht hatte.
Erst als junge Witwe begegnet Guðrún Kjartan. Man hält die beiden für ein gutes Paar. Als Kjartan mit Bolli nach Norwegen will, bittet sie, mitkommen zu dürfen; Judith Jesch liest das als verschlüsselten Heiratsantrag. Kjartan lehnt ab und verlangt, sie solle drei Jahre warten. Guðrún verspricht es nicht.
In Norwegen herrscht Olaf Tryggvason, der sein Reich mit Nachdruck bekehrt. Im Fluss Nid fordert Kjartan den besten Schwimmer heraus, der ihn dreimal unter Wasser drückt, und erfährt erst danach, dass es der König war. Als Olaf die Isländer zur Taufe drängt, erwägt Kjartan, ihn in seiner Halle zu verbrennen. Der König erfährt davon und verzeiht. Am zweiten Weihnachtstag lassen sich Kjartan, Bolli und ihre Mannschaft taufen.
Danach hält Olaf Kjartan und andere vornehme Isländer als Geiseln, bis Island den neuen Glauben annimmt. Bolli fährt allein heim und erzählt Guðrún, Kjartan stehe der Schwester des Königs, Ingibjörg, sehr nahe; der König werde sie ihm eher zur Frau geben, als ihn ziehen zu lassen. Guðrún wird rot, bricht das Gespräch ab und willigt nach langem Drängen ein, Bolli zu heiraten. Zuneigung, so die Saga, war wenig zwischen ihnen. Inzwischen nimmt das Allthing das Christentum an, nach Ari Þorgilsson im Jahr 1000, vertreten wird auch 999 (mehr bei den Isländern). Olaf lässt die Geiseln frei, und Ingibjörg gibt Kjartan eine mit Gold durchwirkte Haube als Brautgabe für Guðrún mit. Die Jahreszahlen, die man in Ausgaben zu diesen Kapiteln findet, stehen übrigens nicht in der Saga; sie stammen aus der Chronologie späterer Herausgeber.
Kjartan findet Guðrún verheiratet, heiratet Hrefna, die Tochter Ásgeirs, und schenkt ihr die Haube. Nebenbei erwähnt die Saga, er habe als Erster in Island die Fastenzeit gehalten, und die Leute seien von weit her gekommen, um es zu sehen. Dann folgt eine Kette von Ehrverletzungen. Ehre meint hier öffentliches Ansehen: Wer eine Kränkung hinnimmt, verliert vor den Nachbarn an Rang und damit an Schutz.
Guðrún stellt Bolli vor die Wahl, das Tal mit wenig Ehre zu verlassen oder Kjartan entgegenzutreten. Als Ósvífrs Söhne Kjartan im Svínadalr einen Hinterhalt legen, droht sie: Bleibe Bolli der Fahrt fern, sei ihre Ehe zu Ende. Bolli hält sich zunächst abseits. Kjartan kämpft lange und wird kaum verwundet. Dann wirft er seine Waffen weg und sagt zu Bolli sinngemäß, er wolle lieber von ihm den Tod empfangen, als ihm den Tod zu bringen. Bolli zieht sein Schwert Fótbítr, „Beinbeißer“, und tötet ihn. Kjartan stirbt in Bollis Schoß. Bolli bereut sofort und bekennt die Tat als seine eigene, wie es das Recht verlangte: Ein verschwiegener Totschlag galt als Mord.
Daheim empfängt ihn Guðrún mit Sätzen, die zu den kältesten der Sagaliteratur gehören. Sie habe Garn für zwölf Ellen Wollstoff gesponnen, und er habe Kjartan erschlagen. Das Beste daran sei, dass Hrefna heute nicht lachend zu Bett gehe. Bolli antwortet, er bezweifle, dass Hrefna bleicher werde als sie selbst. Kjartan wird in Borg an der Kirche begraben, die Þorsteinn Egilsson gebaut hatte; Hrefna stirbt nach der Saga an gebrochenem Herzen. Óláfr pái lässt Ósvífrs Söhne verbannen, verschont aber seinen Ziehsohn gegen eine Buße. Wie solche Vergleiche auf dem Thing zustande kamen, erklärt der Beitrag über Recht in der Wikingerzeit.
Nach Óláfs Tod drängt seine Witwe Þorgerðr ihre Söhne zur Rache. Sie überfallen Bolli auf einer Sennhütte. Er schickt Guðrún an den Bach, um Leinen zu waschen, und stellt sich allein. Helgi Harðbeinsson stößt ihm den Speer durch Schild und Leib, Steinþórr Óláfsson schlägt ihm mit der Axt den Hals durch, und Þorgerðr feuert die Männer an. Als Guðrún heraufkommt, wischt Helgi sein Speerblatt an ihrem Schal ab. Sie sieht ihn an und lächelt ein wenig. Helgi sagt, unter diesem Schalende liege sein eigener Tod. Im folgenden Winter wird Bolli Bollason geboren.
Jahre später zeigt Guðrún ihren Söhnen das blutige Hemd des Vaters: Diese Kleider riefen nach Rache. Für die Führung gewinnt sie Þorgils Hölluson mit einem Eheversprechen, das ihr der Gode Snorri in den Mund gelegt hat: Sie werde keinen Mann hier im Land heiraten außer ihm. Snorri denkt dabei an Þorkell Eyjólfsson, der gerade außer Landes ist. Helgi wird getötet, Þorgils fällt bald darauf, und Guðrún heiratet Þorkell. Ihren Hof hat sie zuvor mit Snorri gegen Helgafell auf Snæfellsnes getauscht. Þorkell wird ein mächtiger Häuptling, bis ihm, wie Gestr vorausgesagt hat, der Fjord im Weg steht: Er ertrinkt im Breiðafjörður, als er Holz für eine Kirche heimbringt.
Danach wird Guðrún, so die Saga, eine sehr fromme Frau. Sie sei die erste in Island gewesen, die den Psalter auswendig konnte, und betet nachts lange in der Kirche. Ihre Enkelin Herdís träumt von einer Frau, die klagt, Guðrún krieche jede Nacht über ihr herum. Unter dem Kirchenboden findet man bläuliche Knochen, eine Spange und einen Zauberstab, das Grab einer Zauberin, wie man glaubt; wer solche Frauen waren, erklärt der Beitrag über die Völva. Die neue Frömmigkeit liegt buchstäblich auf der alten Religion. Am Ende heißt es, Guðrún sei die erste Nonne und Klausnerin Islands gewesen. Ein Gedenkstein von 1979 bezeichnet heute ihr vermutetes Grab.
Hier helfen die Daten. Das erste Frauenkloster Islands, Kirkjubær, wurde 1186 gegründet. In Helgafell saßen ab etwa 1184 Augustiner-Chorherren, die zuvor auf der Insel Flatey lebten. Für einen Autor des 13. Jahrhunderts war Helgafell ein Ort der Mönche und Bücher, und das projiziert er zurück. Die Bekehrung ordnet die ganze Saga: Unnr liegt noch im Schiffsgrab, Kjartan lernt den Glauben als Geisel des Königs, Gestr verknüpft Guðrúns dritte Ehe mit dem Glaubenswechsel, und Guðrúns Sohn Gellir baut in Helgafell eine Kirche und pilgert nach Rom. Gellirs Enkel war nach den Genealogien Ari Þorgilsson, der Verfasser der Íslendingabók, auf den sich die Saga zweimal beruft. Aus der Fehde einer heidnischen Zeit wird die Vorgeschichte einer christlichen Gelehrtenfamilie. Den größeren Rahmen beschreibt der Beitrag über die Christianisierung der Germanen.
Im letzten Kapitel besucht Bolli Bollason, inzwischen aus Konstantinopel zurück, wo er in der Garde des Kaisers diente (siehe Miklagard und die Waräger), seine Mutter in Helgafell und fragt, welchen Mann sie am meisten geliebt habe. Guðrún zählt auf: Þorkell sei der mächtigste Häuptling gewesen, Bolli der stattlichste, Þórðr der klügste und rechtskundigste; Þorvaldr tut sie ab. Bolli sagt, das beantworte seine Frage nicht. Sie antwortet, er dränge sie hart, aber wenn sie es jemandem sagen solle, dann ihm:
„Þeim var ek verst, er ek unna mest.“
Laxdæla saga, Kap. 78; altnordischer Wortlaut in normalisierter Schreibung (neuisländisch: „Þeim var eg verst er eg unni mest“), eigene Übersetzung. Englisch bei Muriel A. C. Press, The Laxdale Saga, London 1899 (gemeinfrei): „To him I was worst whom I loved best.“
„Dem war ich am schlimmsten, den ich am meisten liebte.“
Verst und mest klingen zusammen; Rudolf Meißner spricht in der Einleitung seiner Übersetzung von einem „Reim“. Das Verb unna heißt „zugetan sein, lieben, gönnen“, mehr dazu bei den nordischen Liebesworten. Wen sie meint, sagt die Saga nicht. Kjartan fehlt in der Aufzählung, weil er nie ihr Mann war, und die meisten Leser beziehen den Satz auf ihn, den sie in den Tod trieb. Möglich ist auch Bolli, den sie zur Tat zwang und mit Kälte strafte. Bolli antwortet nur, nun sei wohl die ganze Wahrheit gesagt.
Der Verfasser ist unbekannt. Die genaue Ortskenntnis am Breiðafjörður spricht für jemanden aus dem Westen Islands. Zur Entstehungszeit gibt es unterschiedliche Angaben: verbreitet ist 1230 bis 1260 nach Einar Ól. Sveinsson, die deutsche Wikipedia nennt 1230 bis 1250, die Encyclopaedia Britannica „um 1245“. Das sind Schätzungen aus inneren Hinweisen, keine überlieferten Daten. Einar Ól. Sveinsson brachte vorsichtig Óláfr Þórðarson hvítaskáld ins Spiel, einen Neffen Snorri Sturlusons; beweisen lässt sich das nicht. Der Verfasser nennt schriftliche Quellen, schöpfte aber wohl vor allem aus mündlicher Überlieferung, und manche höfischen Szenen erinnern an die Ritterromane, die damals in den Norden kamen. Einige Handschriften schließen den Bolla þáttr an, eine Fortsetzung über Bolli Bollason, die als eigenes Werk gilt.
Weil Frauen die Handlung tragen, wurde vermutet, eine Frau habe die Saga geschrieben; die Britannica nennt das als Möglichkeit. Ein Beleg fehlt. Ergiebiger ist die davon getrennte Frage nach dem Blickwinkel. Judith Jesch (Women in the Viking Age, 1991) liest Guðrúns Handeln als Antwort auf die engen Spielräume einer Frau. Loren Auerbach (Saga-Book, 1998) sieht im Kern Guðrúns Tragödie: Eine starke, kluge Frau wird in eine untergeordnete Rolle gedrängt, und daraus wachsen Bitterkeit und Zerstörung. Dagegen steht, dass die Saga die Normen ihrer Zeit nicht in Frage stellt. Frauen, die Männer zur Rache treiben, kennen auch Sagas mit ganz anderem Schwerpunkt, und ein geistlicher Autor konnte solche Figuren ebenso entwerfen. Der „weibliche Blick“ ist eine Lesart des Textes, keine Aussage über seine Entstehung.
Zwischen Kjartans Tod und der Niederschrift liegen rund 250 Jahre. Höfe wie Hjarðarholt, Laugar, Hvammur und Helgafell sind real, die Familienlinien stimmen weitgehend mit der Landnámabók überein. Die Gespräche, Träume und Gesten, Guðrúns Lächeln über dem blutigen Schal, sind Erzählkunst. Ein zeitgenössisches Zeugnis über Kjartans Tod gibt es nicht, und Lebensdaten wie „973 bis 1060“ für Guðrún sind Rückrechnungen aus der Saga.
Ins Englische übertrug Muriel A. C. Press die Saga 1899; diese Fassung ist gemeinfrei. Auf Deutsch erschien 1913 „Die Geschichte von den Leuten aus dem Lachswassertal“ von Rudolf Meißner als Band 6 der Sammlung Thule; da Meißner 1948 starb, ist sie seit 2019 gemeinfrei. Neuere Übertragungen stammen von Heinrich Beck (1997) und aus der Ausgabe „Isländersagas“ bei S. Fischer (2011). William Morris machte aus dem Stoff „The Lovers of Gudrun“ (1868–1870).
Im Manga „Vinland Saga“ von Makoto Yukimura ist Askeladd der Sohn eines dänischen Wikingers namens Olaf und einer walisischen Sklavin. Nach verbreiteten Angaben ist diese Herkunft an Óláfr pái und Melkorka angelehnt; eine eigene Aussage Yukimuras dazu habe ich nicht im Wortlaut gefunden. Askeladd ist erfunden und teilt mit der Saga ein Motiv, keine Lebensgeschichte. Mehr im Faktencheck zu Vinland Saga.
Worum geht es in der Laxdæla saga? Um mehrere Generationen einer Familie im Westen Islands, von der Landnahme Unnrs der Tiefsinnigen bis ins 11. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen Guðrún Ósvífrsdóttir und die Ziehbrüder Kjartan und Bolli, deren Rivalität mit Kjartans Tod und einer langen Fehde endet.
Was bedeutet „Þeim var ek verst, er ek unna mest“? „Dem war ich am schlimmsten, den ich am meisten liebte.“ Guðrún sagt den Satz im letzten Kapitel zu ihrem Sohn Bolli, als er wissen will, welchen Mann sie am meisten geliebt habe. Wen sie meint, bleibt offen.
Wie oft war Guðrún verheiratet? Viermal: mit Þorvaldr Halldórsson (Scheidung), Þórðr Ingunnarson (ertrunken), Bolli Þorleiksson (erschlagen) und Þorkell Eyjólfsson (ertrunken). Kjartan, den sie wohl am meisten liebte, war nie ihr Mann.
Wann wurde die Laxdæla saga geschrieben? Im 13. Jahrhundert, meist datiert auf 1230 bis 1260; manche Nachschlagewerke nennen „um 1245“. Ein genaues Datum ist nicht überliefert, der Verfasser ist unbekannt.
Gibt es eine gemeinfreie Übersetzung? Ja. Die englische Übersetzung von Muriel A. C. Press (1899) ist gemeinfrei. Die deutsche Übersetzung Rudolf Meißners (Thule, Band 6, 1913) ist es nach deutschem Recht ebenfalls, weil Meißner 1948 starb.

Die Isländersagas · Aud die Tiefsinnige · Olaf Tryggvason – Missionskönig und der Fall bei Svolder · Die Grettis saga · Njáls saga.
„Ist das eigentlich wahr passiert?" – kaum eine Frage kommt in der Werkstatt so oft wie diese, wenn wir einen Drachen …
Weiterlesen →Die Lokasenna („Lokis Zankrede“) ist ein Lied der Lieder-Edda, in dem Loki beim Gelage des Meeresriesen Ägir einen Gott …
Weiterlesen →Lokis Strafe sieht so aus: Die Götter fangen ihn, als er sich in Lachsgestalt in einem Wasserfall versteckt, binden ihn …
Weiterlesen →Ein Baumeister bietet den Göttern eine Mauer an, die jeden Riesen fernhält, und verlangt dafür Freyja, die Sonne und …
Weiterlesen →